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Neue Spielzeit: So geht es weiter im Staatstheater Nürnberg

Der Intendant sieht die Corona-Bedingungen auch als Chance - 25.06.2020 16:47 Uhr

Kultur trotzt der Krise: Das Staatstheater Nürnberg hat seine Pläne für die neue Spielzeit vorgestellt. 

© Eduard Weigert


Der Spielplan wird in vier Etappen, anpassbar an die jeweils aktuelle Corona-Situation, verwirklicht. Bei allen Produktionen gilt: nur 40 (Kammerspiele) bis 204 (Oper) Zuschauer können eine Aufführung besuchen. Trotz drohender Finanzlücken plant die Stiftung Staatstheater auch weiter für die Generalsanierung. Die letzten drei Monate waren Stress für alle Angehörigen des Nürnberger Staatstheaters - obwohl kein Zuschauer das Vier-Sparten-Haus betreten hat.

Wöchentlich neue Vorgaben der Gesundheitsamtes machten eine Planung fast unmöglich, dennoch wurden immer wieder neue Spielpläne entwickelt, auch für die kommende Spielzeit. Auch in der wird die Theater-Arbeit noch längst nicht "normal" sein. Die Staatstheater-Direktoren sehen das nicht nur als Qual, sondern als Ansporn, ganz neue Formen auszuprobieren.

So gibt es Stücke, die auf distanziertes Erzähltheater angelegt sind, etwa das Kleist-Projekt "Das Erdbeben von Chili" nach der bekannten Novelle, das laut Schauspielchef und Regisseur Jan-Philipp Gloger sowohl eine gesellschaftliche Ausnahmesituation beschreibt wie auch eine Sozialutopie - beides sieht er in enger Korrespondenz mit der heutigen Situation.

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Das Ensemble des Nürnberger Staatstheaters

Das ist die Mannschaft am Nürnberger Staatsheater: Wir zeigen die Ensemble-Mitglieder in ihren Rollen - und viele von ihnen auch, wie sie in zivil aussehen.


Außerdem konnte Gloger erneut Regie-Star Andreas Kriegenburg für ein Projekt gewinnen. Und noch ein Star des Gegenwartstheaters kommt nach Nürnberg: René Pollesch wird in Nürnberg seine Uraufführung mit dem hübschen Titel "Take the Villa and Run!" zeigen. Nach seiner erfolgreichen "Nora"-Inszenierung wird er im Oktober "Antigone" inszenieren. In der Oper startet am 2. November Jens-Daniel Herzog mit der Barockoper "L'Orfeo" von Claudio Monteverdi, in der - ähnlich der "Vollbremsung" (Herzog) am Staatstheater seit März - eine fröhlich feiernde Gesellschaft schlagartig in düstere Abgründe fällt. Joana Mallwitz dirigiert.

Ballett leidet unter Abstandsregeln

Eine zweite Barockoper, "Bajazet (II Tamerlano)" von Vivaldi folgt im November, dazu gibt es eine Operngala. Das Ballett leidet extrem unter den Abstandsregeln: Hier hat Goyo Montero ebenfalls Alternativen gesucht und ist bei "Peter und der Wolf" gelandet. "Wir fragen uns, wovor wir Angst haben, was die Isolation mit uns macht. Das Stück könne Antworten geben. Außerdem ist ab 26. September "Goldberg" nach Bachs berühmten Variationen zu sehen.


Nürnbergs Staatstheater-Intendant über die Arbeit in Corona-Zeiten


Trotz Mindereinnahmen und der mittelfristig noch unwägbaren finanziellen Situation der öffentlichen Hand plant die Stiftung Staatstheater weiter die notwendige Generalsanierung des Opernhauses, samt Umgestaltung des Richard-Wagner-Platzes und der Schaffung eines Interims-Spielortes (der wiederum mit der Sanierung der Meistersingerhalle und dem Bau der neuen Konzerthalle zusammenhängt). Kulturbürgermeisterin Julia Lehner und Intendant Jens-Daniel Herzog scheuen auch eine Großbaustelle im möglichen Kulturhauptstadt-Jahr 2025 nicht. "Wir finden sicher alternative Spielorte und -Formen, mit denen wir noch mehr in die Bevölkerung hineinwirken können", sagt Herzog. Ab sofort ist das Theater wieder zu erleben beim alternativen Sommerspielplan.


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