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Location sagt ausverkauftes Kollegah-Konzert in München ab

Nach Kritik muss der umstrittene Rapper neuen Auftrittsort suchen - 13.12.2019 16:17 Uhr

Kollegah (hier im Nürnberger Löwensaal 2016) muss sich in München einen neuen Auftrittsort suchen. © Eduard Weigert


Ein ausverkauftes Konzert des umstrittenen Rappers Kollegah an diesem Samstag, 14. Dezember, in München ist abgesagt worden. Der selbsternannte Boss sollte im "Backstage" auftreten. "Die Schwere der berechtigten Vorwürfe gegenüber dem Künstler sowie letztendlich sein Umgang damit" mache die Absage nötig, teilte das Kulturzentrum auf seiner Homepage mit. "Das Konzert wird leider nicht im Backstage München stattfinden. Das Konzert wird unter Umständen verlegt. Tickets können im Zweifelsfall dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden."

Bayerns Antisemitismus-Beauftragter Ludwig Spaenle (CSU) hatte das geplante Konzert zuvor deutlich kritisiert. Aus seiner Sicht hat Kollegah sich nie ausreichend von Antisemitismus-Vorwürfen gegen ihn distanziert. "Der sendet Signale", sagte Spaenle. "Man könnte das geistige Brandstiftung nennen." Das Backstage betonte, dass Antisemitismus, aber auch beispielsweise Homophobie seiner eindeutigen Haltung widersprächen. "Dabei war für uns immer Voraussetzung gegenüber dem Veranstalter und dem Künstler, dass dieses Konzert – wenn überhaupt – nur stattfinden kann, wenn bei diesem eine ehrliche, kritische Auseinandersetzung stattfindet und der Künstler sich im Vorfeld eindeutig und glaubwürdig anders darstellt. Dies hat der Künstler nicht gemacht."

Nach Kritik an den Konzerten des Deutsch-Rappers hatte das Nürnberger Jugendamt Auflagen für seinen Auftritt am Donnerstag (12. Dezember) erlassen. Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren durften demnach nur mit erwachsener Begleitung rein, Jüngere hatten keinen Zutritt. Das Konzert hatte im Löwensaal stattgefunden.

dpa/bin

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