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Europäischer Filmpreis: Queen Anne räumte mächtig ab

Historiengroteske "The Favourite" erhält acht Trophäen in Berlin. - 08.12.2019 14:45 Uhr

Wurde für sein Lebenswerk beim Europäischen Filmpreis ausgezeichnet: Der 77-jährige Regisseur Werner Herzog („Fitzcarraldo“, „Mein liebester Feind“). © Foto: Britta Pedersen (dpa)


In "The Favourite" spielt Olivia Colman die übellaunige Queen Anne, um deren Gunst zwei Frauen buhlen. Die Britin hatte dafür einen Oscar gewonnen, nun folgte ein Europäischer Preis. Der Grieche Lanthimos ("The Lobster") wurde für die beste Regie geehrt. Weitere Preise gab es für Kamera, Schnitt, Kostüm, Maske und als beste Komödie.

Der Europäische Filmpreis wird jährlich wechselnd in Berlin und in einer anderen europäischen Stadt vergeben. Die mehr als 3600 Mitglieder der Europäischen Filmakademie stimmen über viele Preisträger ab – ähnlich wie beim Oscar in den USA.

"Systemsprenger" im Oscar-Rennen

Doppelt nominiert war das Drama "Systemsprenger" der Regisseurin Nora Fingscheidt. Die elfjährige Helena Zengel spielt darin ein Mädchen, das zu heftigen Gewaltausbrüchen neigt. Das Drama soll für Deutschland ins Rennen um den Auslands-Oscar gehen. In Berlin reichte es für eine Auszeichnung für die Musik.

Bester Darsteller wurde der Spanier Antonio Banderas. Im Drama "Leid und Herrlichkeit" von Pedro Almodóvar spielt er einen hadernden Regisseur. Banderas schickte zum Dank einen Videogruß. Überhaupt war die Videobotschaft diesmal wichtig – denn viele Preisträger waren nicht in Berlin. So bedankte sich auch Colman in einem Kurzfilm. Regisseur Lanthimos wurde von seinen Produzenten vertreten.

Der in München geborene Regisseur Werner Herzog ("Fitzcarraldo") bekam einen Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Er habe unendlich viel Enthusiasmus, sagte sein Kollege Wim Wenders. Er könne für etwas brennen und sei bereit, dafür an Grenzen zu gehen".

Die französische Schauspielerin Juliette Binoche wurde für ihr Engagement für das Kino geehrt. Auch die Macher der Fernsehserie "Babylon Berlin" erhielten eine Auszeichnung. Der Drehbuchpreis ging an die Französin Céline Sciamma für "Porträt einer jungen Frau in Flammen". Als bester Dokumentarfilm setzte sich "For Sama" von Waad al-Kateab und Edward Watts durch, der einen persönlichen Blick auf die Krise in Syrien wirft.

Im nächsten Jahr wird der Europäische Filmpreis im isländischen Reykjavik vergeben. 2018 hatte das polnische Drama "Cold War – Der Breitengrad der Liebe" von Pawel Pawlikowski gewonnen. Die Auszeichnung für den besten europäischen Film hatten schon mehrere deutsche Regisseure geholt, etwa Fatih Akin mit "Gegen die Wand" und Maren Ade mit "Toni Erdmann".

dpa

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