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Ein Mann für Pretty Woman: Richard Gere wird 70

Der Hollywood-Star wettert auch mal gegen Trump - am Samstag feiert er Geburtstag - 30.08.2019 15:10 Uhr

My Fair Lady in Hollywood: Richard Gere und Julia Roberts als ungleiches Liebespaar in der romantischen Komödie „Pretty Woman“. © Foto: Buena Vista Pictures


Schlagzeilen machte Richard Gere kürzlich, als er das vor Lampedusa liegende Rettungsschiff "Open Arms" mit Hilfsgütern versorgte und um Unterstützung für die 180 Flüchtinge bat. Italiens Innenminister Matteo Salvini spöttelte, der Hollywood-Star solle die Migranten doch in seinen Villen in Amerika aufnehmen. Gere bezeichnete den Lega-Chef daraufhin als "Baby Trump", der die gleiche Mentalität habe wie der US-Präsident und sich Angst und Hass zunutze mache.

Nicht erst seit im Weißen Haus ein spaltender Hardliner regiert, bezieht Richard Gere, der morgen 70 wird, klar politisch Stellung. Seit über 20 Jahren engagiert sich der bekennende Buddhist und Freund des Dalai Lama für die Menschenrechte in Tibet und für bedrohte Völker.

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Auch als Schauspieler lässt sich Gere nicht auf das Image des umwerfend gutaussehenden Womanizers reduzieren, das sich der "Sexiest Man Alive" (1999) mit Filmen wie "Ein Mann für gewisse Stunden" und "Pretty Woman" erworben hat. Seine Schauspielkunst hat er in vielen Rollen bewiesen – als von den Nazis deportierter Homosexueller in Martin Shermans Theaterstück "Bent" (1980), als korrupter Cop in Mike Figgis’ "Internal Affairs" (1990), als Betrüger in "Sommersby" (1993).

Geboren wurde Richard Tiffany Gere 1949 als Sohn eines Versicherungsvertreters und einer Hausfrau in Philadelphia. Den Philosophiestudenten zog es bald an den Broadway. In der Londoner Inszenierung des Musicals "Grease" kam er erstmals groß heraus. Seinen Durchbruch in Hollywood erlebte er Anfang der 80er Jahre mit "Ein Mann für gewisse Stunden" und "Ein Offizier und Gentleman".

Dass Gere bis heute optisch in jeder Rolle das Zeug zum Frauenschwarm hat, hindert ihn nicht daran, auch die finsteren Charaktere mit großer Glaubwürdigkeit zu verkörpern. Seine vielleicht beste Leistung zeigte er in "Arbitrage" (2012) von Nicholas Jarecki. Darin spielt er meisterhaft einen skrupellosen Finanzhai, der sein verbrecherisches Handeln mit der Maske des ehrenwerten Mannes kaschiert.

Gewiefter Strafverteidiger

Einen Golden Globe gewann Gere als gewiefter Strafverteidiger in Rob Marshalls Musical-Film "Chicago" (2002), in dem er auch sein Talent als Sänger bewies. Ins Gedächtnis seiner Fans aber hat er sich an der Seite von Julia Roberts mit "Pretty Woman" eingeschrieben. Manche mögen die Lovestory zwischen dem reichen Geschäftsmann und der frechen Prostituierten als kitschige Seifenoper schmähen, doch dem Charme der perfekt harmonierenden Hauptdarsteller kann sich keiner entziehen. Der Film brach 1990 etliche Kino-Rekorde und spielte fast 500 Millionen Dollar ein.

Inzwischen sucht sich Gere seine Kino-Projekte sorgfältig aus. Zuletzt spielte er in "The Dinner" einen aalglatten Politiker, der sich am Ende dennoch gegen die Lüge und für die Wahrheit entscheidet. Seine Premiere feierte der Film 2017 auf der Berlinale. Gere nutzte die Gelegenheit für ein Gespräch mit Angela Merkel über die Menschenrechtslage in Tibet.

Die Zeit, in der er durch seine Ehen mit dem Top-Modell Cindy Crawford und dem ehemaligen Bond-Girl Carey Lowell die Klatschspalten füllte, sind lange vorbei. Seit 2018 ist er mit der Spanierin Alejandra Silva verheiratet, mit der er einen kleinen Sohn hat. Wichtiger als der Starrummel sei ihm, Menschen zu helfen, "denen es nicht so gut geht auf dieser Welt". Das tut er leise und nachhaltig mit seiner Stiftung, die humanitäre Projekte unterstützt, oder laut und deutlich, wenn es gegen Trump und Salvini geht. 

REGINA URBAN

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