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Das Ende einer Ära: Letzter Bremer "Tatort" im Check

Stedefreund und Lürsen verabschieden sich in den Ruhestand - 22.04.2019 14:36 Uhr

Stedefreund (Oliver Mommsen) und Lürsen (Sabine Postel) verlassen mit "Wo ist nur mein Schatz geblieben?" die "Tatort"-Bühne. © Radio Bremen/ARD Degeto/Christine Schroeder,


Um was geht's? Per Zufall entdecken Bauarbeiter eine nackte Frauenleiche. In der Pathologie stellt Mediziner Katzmann fest, dass die Person erdrosselt und anschließend mit Formaldehyd klinisch gereinigt wurde. Sogar die Fingernägelüberstände der Toten hat man fein säuberlich abgeschnitten.

Was passiert dann? Im Zuge der Ermittlungen kommen Stedefreund und Lürsen einer Firma auf die Schliche, die Geld der tschetschenischen Mafia wäscht. Neben einem Verdeckten Ermittler erscheinen zudem zwei zwielichtige BKA-Ermittler auf der Bildfläche. Sie tun alles, um die Arbeit der Mordkommission zu behindern. Zu allem Überfluss verhält sich auch Stedefreund plötzlich ziemlich verdächtig. Lürsen weiß bald nicht mehr, auf wessen Seite er steht.

Die Geschichte hinter der Geschichte: Zum Abschied erzählt Regisseur Baxmeyer eine sehr persönliche Anekdote über die beiden Ermittler. Indem eine Heimlichkeit aus Stedefreunds Vergangenheit gelüftet wird, droht die besondere Beziehung, die die Fahnder im Laufe der Jahre zueinander entwickelt haben, zu zerbrechen. Eben deshalb geht es in "Wo ist nur mein Schatz geblieben?" vor allem um Werte wie Vertrauen, Loyalität und Zusammenhalt.

Die Botschaft des Films: Jeder hat das Recht, ein Geheimnis zu hegen. Daher muss nicht jede Wahrheit ans Licht. Die ein oder andere aber besser schon.

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"Wo ist nur mein Schatz geblieben?" - Der "Tatort" in Bildern

Mit einem emotionalen und spannungsgeladenen Fall nehmen Oliver Mommsen als Nils Stedefreund und Sabine Postel als Inga Lürsen Abschied von der sonntäglichen Krimi-Bühne im Ersten. In ihrem letzten Einsatz gerät eine brisante Episode aus Stedefreunds gut gehüteter Vergangenheit ans Tageslicht, was zwischen den Kommissaren für viel Zwist sorgt.


Die Performance des Films: Robert Hunger-Bühler (Maller) und Philipp Hochmair (Kempf) geben zwei herrlich eklige und abgewichste BKA-Ermittler ab, die nach ihren ganz eigenen Regeln spielen. Die sichtlich stimmende Chemie zwischen diesen beiden Akteuren überträgt sich auf die Qualität ihrer Darbietung. Das verleiht dem Film viel Schwung und Elan.

So liefert Kempf dann auch den Chauvi-Spruch des Jahres: Einmal Rittmeister, immer Zahlmeister.

Die Beobachtung des Films: Bremens Kommissare sind Fans des örtlichen Fußballvereins, was ein Werder-Schal beweist, der einen Raumteiler im Großraumbüro des Präsidiums ziert.

Die Erkenntnis des Films: Unser Magen benötigt etwa zwei Stunden, um Reis und Mais zu verdauen.

Dieser Song hat noch gefehlt: Sarah Brightman & Andrea Bocelli – Time To Say Goodbye

Randnotiz des Films: Frisch gebackene Väter, die sich zu sehr um den Nachwuchs kümmern, besitzen einen geringeren Testosteronspiegel als ihre kinderlosen Geschlechtsgenossen. Außerdem neigen sie zu Übergewicht. Das passiert übrigens auch, wenn sie heiraten.

Unser Fazit: "Wo ist nur mein Schatz geblieben?" ist ein würdiger letzter Bremer "Tatort". Trotz der auffallenden Überhöhung und der phasenweise konstruiert wirkenden Geschichte aus Stedefreunds Vergangenheit unterhält Baxmeyers ansprechend inszenierter Krimi bis zum großen emotionalen Finale. Dafür gibt es eine glatte Zwei.

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