Dienstag, 12.11.2019

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Das Ding der Woche: Ulrich Tukurs Romandebüt

"Der Ursprung der Welt" handelt von einer verstörenden Paris-Reise - 09.10.2019 08:30 Uhr

 

Das Ding der Woche - Jens Voskamp © NN


Der Titel seines Debütromans geht auf ein Gemälde Gustave Courbets aus dem jahr 1866 zurück. Es zeigt den nackten Torso einer Frau.

Paul Goullet, die Hauptfigur des Romans, ist nach Paris gereist, um das Bild zu sehen. Er liebt alte Bücher und Bilder, die Schönheit, den Traum und die Phantasie, doch er lebt in einer Zeit, in der all das nicht viel zählt. Deutschland und Frankreich haben sich in einen Überwachungsstaat verwandelt. Bei seinen Streifzügen durch die Stadt findet Goullet ein altes Fotoalbum, dessen Bilder ihn selbst zeigen – offensichtlich in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Verstörende Visionen und Traumbilder beginnen ihn zu verfolgen, immer wieder scheint er die Zeit zu wechseln und sich in den Mann aus dem Fotoalbum zu verwandeln. Und die Hinweise mehren sich, dass der ein furchtbares Geheimnis hat.

((contentAd))Man folgt Tukur Sprachduktur gerne. Denn einerseits vermag er zu fabulieren, aber andererseits hält er auf Proportion. Lässt die Gedankenflüsse nicht määndern. Man spürt seine Liebe zur Sprache. Er kostet sie aus, ohne dass es manieristisch wirkt.

Ulrich Tukur: Der Ursprung der Welt; S. Fischer-Verlag, Frankfurt am, Main, 300 Seiten, 22 Euro.

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