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Das Ding der Woche: "Die zehn Lieben des Nishino"

Schwärmerei, Sex, Liebe: Hiromi Kawakami beschreibt ihre Faszination - 27.03.2019 17:01 Uhr

Das Ding der Woche - Katharina Erlenwein © NN


Das Schöne an diesen Erzählungen ist, dass immer mehr die Frauen in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken, die alle in der Ich-Perspektive von der Faszination für diesen Mann erzählen. Da ist die Schülerin, die den wenige Jahre älteren auf einem verwilderten Grundstück beobachtet, mit einer anderen Frau, offensichtlich älter als er. Was sie ein heißer Flirt aussieht, entpuppt sich als Geschwisterbeziehung. Die etwas gelangweilte Hausfrau, die ihn bei einem Kochkurs kennenlernt, durchschaut Nishino und seine verzweifelte Suche nach echter Liebe schnell.

Dass Verliebtsein vor allem auch Projektion und Spiegelung der eigenen Sehnsüchte, Eifersucht und Sehnsucht sein kann, beschreibt Kawakami, eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Japans, mit Zärtlichkeit und Ironie zugleich. „Die zehn Lieben des Nishino“ ist eine unterhaltsame Fingerübung in Beziehungsfragen, die aber auch nicht länger hätte geraten dürfen, denn allmählich wiederholen sich die an- und abschwellenden Anziehungskräfte. (Carl Hanser Verlag, 191 Seiten, 20 Euro)        

Die Redakteure des NN-Feuilletons durchforsten regelmäßig die Riesenflut von Neuerscheinungen und Events und präsentieren einmal pro Woche ihr ganz persönliches Highlight - "Das Ding der Woche". 

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