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Das Ding der Woche: "4 Wheel Drive"

Ein fränkisch-schwedisches Super-Quartett hat ein erfrischendes Pop-Jazz-Album eingespielt - 21.03.2019 18:31 Uhr

Das Ding der Woche von Steffen Radlmaier © NN


Bei den Namen Nils Landgren, Lars Danielsson Wolfgang Haffner und Michael Wollny bekommen manche Jazzfans glänzende Augen. Schon öfters haben die vier Musiker in verschiedenen Konstellationen miteinander gespielt, aber noch nie zusammen in einem Quartett.

Bemerkenswert ist dabei, dass die halbe Besetzung aus Franken stammt: Schlagzeuger Wolfgang Haffner aus dem Nürnberger Land, Pianist Michael Wollny aus Schweinfurt. Die andere Hälfte kommt aus Schweden: Nils Landgren, der Mann mit der roten Posaune, und Lars Danielsson am Kontrabass.

Der Name "4 Wheel Drive" ist Programm: Alle für einen, einer für alle. Gemeinsam ist den Musikern, dass sie nicht nur hervorragende Solisten, sondern auch überzeugte Team-Player sind. Da blockiert kein Ego die Gruppendynamik. Der musikalische AllradAntrieb bewährt sich auch auf gefährlich rutschigem Mainstream-Terrain. Denn es gehört schon lange zum bewährten Rezept des Act-Labels, prominente Jazzmusiker und bekannte Popsongs zusammenzubringen.

In diesem Fall ist das Repertoire äußerst ausgewogen: Es gibt acht mehr oder weniger überraschende Cover-Versionen, außerdem steuert jeder der vier Protagonisten jeweils eine Komposition bei.

Wer hätte gedacht, dass sich die vier Jazz-Asse auf vier Popstars einigen könnten? Okay, Paul McCartney gilt als Klassiker und auch Sting ist über jeden Zweifel erhaben. Aber die Entscheidung für Billy Joel und Phil Collins kommt einer musikalischen Ehrenrettung gleich.

Es wurden auch nicht gerade die naheliegendsten Songs ausgewählt: Etwa "Maybe I’m Amazed" von McCartney, "Shadows in the Rain" von Sting, "That’s All" von Phil Collins oder "She’s Always a Woman" von Billy Joel.

Gewissermaßen stehen die Popstars als Paten für die Instrumente, die auch "4 Wheel Drive" am Laufen halten: McCartney und Sting spielen Bass, Phil Collins startete als Schlagzeuger und Billy Joel ist ein berühmter Piano Man. Zu hören sind nicht nur Instrumentalnummern, bei einigen Stücken singt Nils Landgren mit brüchiger Stimme und Understatement. Das kann man mögen oder nicht.

Die vier Eigenkompositionen klingen in diesem populären Zusammenhang fast am spannendsten. Aber auch die Popsongs werden sorgsam gegen den Strich gebürstet und clever umarrangiert: Jazz Killed The Radio Star.

Die Redakteure des NN-Feuilletons durchforsten regelmäßig die Riesenflut von Neuerscheinungen und Events und präsentieren einmal pro Woche ihr ganz persönliches Highlight - "Das Ding der Woche". 

 

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