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Boykottaufruf gegen Eurovision Song Contest in Israel

Sängerin Netta hatte im Mai mit ihrem Song "Toy" den ESC in Portugal gewonnen - 08.09.2018 18:00 Uhr

In dem Brief vom Freitag wird die Europäische Rundfunkunion (EBU) dazu aufgerufen, den Event an ein anderes Land zu vergeben. "Bis Palästinenser Freiheit, Gerechtigkeit und gleiche Rechte genießen, sollte es keine Normalität mit einem Staat geben, der ihnen ihre Grundrechte verwehrt", so die Forderung. © Roland Holschneider/dpa


Dutzende Kulturschaffende haben sich gegen die Ausrichtung des Eurovision Song Contest (ESC) in Israel ausgesprochen. Als Grund für den Boykottaufruf werden Menschenrechtsverletzungen des Landes gegen Palästinenser genannt.

Zu den Unterzeichnern des Schreibens, das auf der Webseite der britischen Zeitung The Guardian veröffentlicht wurde, zählen der Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters und der britische Filmemacher Ken Loach – beide sind als Aktivisten bekannt. Auch die Regisseure Aki Kaurismäki und Mike Leigh, die Schauspielerin Julie Christie, Sänger Helmut Lotti und der Musiker Brian Eno stehen unter dem offenen Brief auf der Liste.

Die israelische Sängerin Netta hatte im Mai mit ihrem Song "Toy" den ESC in Portugal gewonnen. Dadurch findet der Wettbewerb im Mai 2019 regulär in dem Land statt. Boykottaufrufe gegen Israel gibt es immer wieder. Sie sind umstritten, weil Kritiker darin die Grenze zum Antisemitismus überschritten sehen.

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Boykottaufrufe von BDS

In dem Brief vom Freitag wird die Europäische Rundfunkunion (EBU) dazu aufgerufen, den Event an ein anderes Land zu vergeben. "Bis Palästinenser Freiheit, Gerechtigkeit und gleiche Rechte genießen, sollte es keine Normalität mit einem Staat geben, der ihnen ihre Grundrechte verwehrt", so die Forderung.

Ähnliche Boykottaufrufe hatte es zuletzt auch in Deutschland gegeben. Dahinter steckt oft die pro-palästinensische und anti-israelische Initiative BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen). Die Rocklegende Roger Waters gilt als prominentester Fürsprecher von BDS. Ihm wird vorgeworfen, mit seiner harschen Kritik an Israels Regierung in Antisemitismus abzugleiten – er bestreitet den Vorwurf der antisemitischen Stimmungsmache. Mehrere ARD-Anstalten verzichteten darauf, Waters' Deutschland-Konzerte im Juni zu präsentieren.

dpa

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