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Bestseller verfilmt: Mini-Serie "Unorthodox" startet auf Netflix

Wie eine Frau aus einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde nach Berlin flieht - 25.03.2020 18:00 Uhr

Leben erst in einer, dann aber in verschiedenen Welten: Esty (Shira Haas) und Yanky (Amit Rahav). © Anika Molnar/Netflix


Regeln und Rituale, Gebete und Gehorsam: Daraus besteht Estys Welt. Die junge Frau wächst in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in Williamsburg, New York, auf. Und in der hat ihr Leben als Frau vor allem einen Sinn: So viele Kinder wie möglich zu gebären. Um die sechs Millionen zu ersetzen, die im Holocaust gestorben sind.

Die Geschichte, die in der neuen Mini-Serie "Unorthodox" (ab 25. März beim Streaming-Dienst Netflix verfügbar) erzählt wird, ist eigentlich die der Deborah Feldman. Mit dem Buch "Unorthodox" landete die 1986 geborene Autorin einen Bestseller, der im Jahr 2016 auch auf Deutsch erschien. Was sie darin beschreibt, ist schlichtweg erschütternd und unfassbar. Mitten in Amerika, mitten in der Weltmetropole New York leben Menschen wie in einer Blase, weitgehend abgeschottet von dem, was außenherum vor sich geht.

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Auf Feldmans Erinnerungen basiert der Vierteiler, bei dem Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader ("Vor der Morgenröte") Regie geführt hat. Deborah heißt darin Esty. Sie ist eine unwahrscheinlich zarte, winzige 19-Jährige, die der Zuschauer am Anfang dabei beobachtet, wie sie flieht: Weg, nichts wie weg von dieser Welt, in der es eine Schande ist, ein Jahr verheiratet zu sein, ohne schwanger zu werden. In der die Frauen sich nach der Hochzeit die Haare abrasieren lassen und Perücken oder Kopftücher tragen müssen. In der die Frau als unrein gilt. In der die Frau keine Musik machen darf.

Esty also macht sich auf den Weg nach Berlin. Das Herz voller Angst und die Taschen so gut wie leer: So kommt sie dort an und versucht, irgendwie einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Wie die Welt zuhause in New York für Esty aussah, das erzählt die Serie in Rückblenden. Gegenwart und Vergangenheit werden immer wieder gegenüber gestellt - und damit auch die krasse Kluft zwischen dem Leben in der stocksteifen jüdischen Glaubensgemeinschaft und dem Leben im pulsierenden Berlin.

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Für all das nimmt sich "Unorthodox" wahnsinnig viel Zeit. Gerade, wenn es um die religiösen Rituale und Geplogenheiten geht, erlaubt sich die Verfilmung, auf moderne Sehgewohnheiten zu pfeifen - allein schon, weil viele der Dialoge auf Jiddisch und damit untertitelt sind. Langsam, detailreich, vielfach ohne Worte wird hier etwa gezeigt, wie Esty nach der Hochzeit mit Yanky - den sie sich natürlich nicht selbst aussuchen durfte - eine Glatze rasiert bekommt. Dicke Tränen laufen ihr übers Gesicht, ab und zu ringt sie sich ein Lächeln ab, wohl auch, um sich selbst Mut zu machen.


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Die Israelin Shira Haas spielt diese zerbrechlich wirkende und doch so starke junge Frau großartig: Oft hält die Kamera nur auf ihr kindliches Gesicht mit den großen Augen, in dem sich all das spiegelt, was sie durchmachen muss, um ihren Weg zu finden. Dass sich Mitglieder der Glaubensgemeinschaft in selbigen stellen werden, ist klar: "Es ist nicht gut, dass einer von uns vom Weg abkommt", heißt es an einer Stelle so harmlos wie bedrohlich.

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Deborah Feldman hat gut daran getan, ihre Geschichte den Filmemacherinnen Alexa Karolinski und Anna Winger anzuvertrauen, die auch das Drehbuch schrieben: Die beiden schälen behutsam die Essenz der Story heraus. Ohne anzuklagen, ohne die Welt schematisch in Gut und Böse einzuteilen. Freunde von Tempo, Witz und geschliffenen Dialogen sollten sich von "Unorthodox" lieber fernhalten. Wobei, auch sie geraten vielleicht in den Sog dieser Geschichte, die in der letzten Folge sogar noch ein paar Überraschungen bereithält. Dabeibleiben lohnt sich!

Susanne Helmer

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