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Unsere zehn Trend-Tipps für angesagte Reiseziele

Dresden erinnert an ein Fest vor 300 Jahren - Trentino lockt Familien auf die italienische Alm - 22.03.2019 12:42 Uhr

Die Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen, Dresden, bietet einiges für einen Besuch. © Sylvio Dittrich/obs


Tipp 1: Österreich setzt aufs Rad

Impulsgeber dafür war die Rad-WM 2018 in Tirol. Die Kampagne "You like it – bike it! Die besten Radwege Österreichs" soll nun auch die überzeugen, die bislang wegen der vielen Bergen in der Alpenrepublik nicht aufs Fahrrad steigen. Doch Genussradler rollen etwa im flachen Burgenland rund um den Neusiedler See gemütlich dahin und kehren dabei in Buschenschänken ein.

Bislang stand immer der Klassiker Donauradweg im Vordergrund, nun haben Bundesländer wie Ober- und Niederösterreich Radwege eingerichtet, auf denen man wie an der Ybbs ebenfalls Flussabwärts durchs Gebirge radelt. Mountainbiker können sich hier natürlich trotzdem extrem im Gebirge verausgaben.

www.austria.info/de/aktivitaten/radfahren/rad-urlaub-in-osterreich

Tipp 2: In der Schweiz sind die Hotels billiger

Die Schweiz erlitt seit der Aufwertung des Franken 2015 den "Frankenschock" und musste sich viel einfallen lassen, um die hohen Preise aufzufangen – Hotels wurden billiger, in manchen Gastronomiebetrieben hat der Euro die Kaufkraft des Franken. Offensichtlich mit Erfolg: Es kommen sogar mehr Deutsche als vor 2015.

Die Schweiz gilt auch als Heimat der Pünktlichkeit, wurde hier doch vor 75 Jahren die zentral gesteuerte Bahnhofsuhr erfunden. Das will das Land mit einigen Veranstaltungen feiern. Außerdem wollen die Eidgenossen das Wandern neu erfinden und haben auf mehreren neu ausgebauten Wanderwegen massiv in die Infrastruktur investiert. Unter anderem werden mancherorts Wanderer in offenen Postbussen wie in einem Cabriolet zurück zum Ausgangspunkt chauffiert.

www.myswitzerland.com/de

Tipp 3: Oman und Libanon sind im Kommen

Experten diskutierten auf dem ITB-Kongress, ob die arabischen Staaten vor einem fulminanten touristischen Comeback stehen. Nach sieben schlechten Jahren ziehen die Buchungszahlen etwa in Ägypten oder Tunesien an. Weil das nur so bleibt, wenn Touristen sicher und Regierungen stabil sind, hat etwa Ägypten viel Geld in moderne Sicherheitstechnik wie Personenschleusen investiert. Es plant eine Schnellzugverbindung und eine Autobahn von den Urlaubszielen am Roten Meer zu den antiken Orten am Nil.

"Wenn der Tourismus wieder Jobs schafft, dann sinkt auch der soziale Druck", sagt der ägyptische Botschafter in Deutschland, Badr Abdelaty. Er verteidigte die Einschränkung der Menschenrechte in seinem Land mit dem Argument, dass Ägypten nicht Deutschland und von lauter "Failed States", also instabiler Staaten, umgeben sei – ein starker Staat sei nötig. Der Oman und der Libanon galten der Expertenrunde als künftige Top-Urlaubsdestinationen der Region.

Tipp 4: Trentino entdeckt Familien

Das norditalienische Trentino steht von uns aus gesehen im Schatten Südtirols, die meisten bleiben beim nördlichen Nachbarn hängen oder fahren durch zum Gardasee. Vielen Motorradfahrern ist es zwar als prima Kurvenrevier bekannt, doch dieses Image ist dem Trentino zu wenig. Lieber positioniert sich die Bergregion als Familienziel und bewirbt etwa aktiv das Erlebnis Alm.

Almen sind im italienischsprachigen Teil Norditaliens tatsächlich anders als etwa in Südtirol. Die Hütten sind beispielsweise nicht aus Holz, sondern eher niedrig und aus Stein gebaut, auch die Bewirtschaftung hat einen anderen Charakter. Familien können auf so einer typisch italienischen Alm leben und morgens mit den Wirtsleuten aufwachen – die Kinder helfen dann beim Stallausmisten, während die Eltern mit der Bäuerin Käse machen oder Brot backen.

www.visittrentino.info/de

Tipp 5: Im Salzburger Land ist "Alles Wald"

So jedenfalls lautet das Leitmotto der Kampagne 2019. Die Hälfte des österreichischen Bundeslandes wird von meist lichtem Wald bedeckt, Hotels wie der Forsthof in Leogang wurden komplett aus Holz gebaut – sogar die Dübel sind aus diesem Material. Die Region griff damit das große ITB-Thema Nachhaltigkeit auf.

Außerdem: Eine Skischule in Leogang gibt im Sommer mehrtägige Kinderkurse, in denen die Kleinen ab fünf Jahren auf Kindermountainbikes von Profis das Radeln in den Bergen lernen. Die Eltern können derweil alleine mit (E-)Bikes die Bergregion erkunden. Und zu den "Festspielen der Alpinen Küche" zeigen die besten Köche am 16. September erstmals gemeinsam, was sie aus regionalen Produkten auf den Teller bringen.

www.salzburgerland.com/de

Tipp 6: Bayern wirbt in Berlin

Als hätten sie sich abgesprochen, warb auch Bayern Tourismus mit seinem Wald auf der ITB. Am riesigen Stand aus Holz konnten die Besucher etwa zwischen virtuellen Bäumen wandeln, dass die Vögel nur so zwitscherten. Vor allem ländliche Regionen sollen davon profitieren – als Raum für Natururlaub, als Sehnsuchtsziel der Deutschen und als Ort für Urlaub. Denn nirgends in Deutschland gebe es mehr wilden Wald als in Bayern, so der Tourismusverband.

Deutschlands Reiseziel Nummer 1 hat mit 4,3 Millionen mehr Übernachtungen als 2017 das siebte Rekordjahr in Folge erlebt, die meisten Gäste kommen aus den USA vor den Österreichern und den Schweizern – einst folgten den Amerikanern Niederländer, Italiener und Briten.

www.bayern.by/wald/

Tipp 7: Dresden punktet mit August dem Starken

Im sächsischen Dresdner Elbland eröffnet in der Metropole bald das Neue Grüne Gewölbe, in dem unter anderem Kirschkerne voller eingeschnitzter winziger Gesichter aus der Sammlung Augusts des Starken ausgestellt sind. Er war einer der schillerndsten Herrscher von Sachsen. Entsprechend pompös wurde die Hochzeit seines Sohnes vor 300 Jahren gefeiert.

Die Spuren dieser Megaparty können Besucher noch heute erleben, etwa beim Besuch des Zwingers oder des Parade-Appartements im Residenzschloss, das nach jahrzehntelanger Wiederherstellung im September endlich wieder gezeigt wird. Darin steht unter anderem das riesige Prunkbett, in dem vermutlich aber keines der vielen Kinder aus der harmonischen Ehe gezeugt wurde, weil es kaum benutzt wurde.
www.dresden.de/1719
www.dresden.de/tourismus
 

Tipp 8: Floridas unbekannte Ecken

Die USA waren stark auf der ITB vertreten – sie wollen die Touristen zurück, die der Präsident des Landes verschreckt hat. Texas etwa wirbt mit Flüssen, Städten und – Wein! Kaum jemand bringt den US-Bundesstaat mit Wein in Verbindung, doch in der Nähe der Stadt New Braunfels zwischen Austin und San Antonio wachsen Reben, zu denen Touristen ab Mai nonstop von Frankfurt nach Austin fliegen und dann von Weingut zu Weingut fahren können.

Auch Florida stellt unbekanntere Ecken ins Licht, etwa die Westküste mit den schönsten und einsamsten Stränden des Bundesstaates oder St. Augustin, eine der ältesten Städte der USA mit spanischem Fort. In der kubanischen Kolonie von Tampa hingegen wähnt man sich direkt auf der Karibikinsel.

Der Staat New York feiert vom 15. bis 18. August 50 Jahre Woodstock – und zwar auf dem selben Festivalgelände. In New York City selbst wird das neue und kostenlose Museum der Freiheitsstatue eingeweiht.

www.visittheusa.de

Tipp 9: Augen auf beim Einchecken in Mallorca

Auf Mallorca haben die Hoteliers zu stark an der Preisschraube gedreht – viele, die nicht in knallvolle Hotels wollen, mieten sich eine private Wohnung oder eine Finca. Doch zu viele über Portale wie airbnb vermietete Räume sind der Inselregierung ein Dorn im Auge. Wer keine Lizenz hat, dem drohen hohe Strafen. Der deutsche Anbieter fincallorca hat für seine rund 1500 Fincas, von denen die meisten spanischer Eigentümer haben, eine Lizenz, hier ist die Vermietung legal. Die Häuser eignen sich für zwei bis 36 Personen, viele haben einen Pool und werden von den Eigentümern gelegentlich selbst genutzt. www.fincallorca.de

Tipp 10: Australiens tropischer Norden

Das Northern Territory Australiens ist immerhin durch den Uluru – den Ayers Rock am südlichen Rand des Territoriums – bekannt. Den tropischen Norden um die Hauptstadt Darwin, wo ein Urwald die Küste säumt, kennt kaum jemand. Das Northern Territoryhttp://www.northernterritory.com sieht sich vor allem als Land der Aborigines – nirgends sonst leben so viele von ihnen, oft in autonomen Gebieten wie Arnhemland. Aber auch Tiwi-Island öffnet sich langsam für Touristen, die dort die authentische Lebensweise der Ureinwohner erfahren und viel über deren Kultur lernen können. 

Matthias Niese Magazin am Wochenende / Gute REISE E-Mail

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