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"Inser Hoamat": Garmisch-Partenkirchens neues Label für junge Kreative

In ihren Läden verkaufen sie selbst gemachte Produkte und geben Kurse für Touristen - 13.04.2019 08:00 Uhr

Leonhard Wild von der Kaffeerösterei Wildkaffee. © Sigrun Eibner


Ich kann früh, mittags und abends Schokolade essen," sagt Linus Kässer. Diese Leidenschaft ist in seinem Beruf von Vorteil: Kässer ist Chocolatier und Fachmann in Sachen Schokolade, Pralinen und Co.

Zehn Jahre lang hat er als Konditor und Patissier fern der Heimat gearbeitet, doch er kam nach Garmisch-Partenkirchen zurück und stieg in die elterliche Schokoladenherstellung ein. Die Chocolaterie Ameliehat zwei Filialen im Doppelort, gläserne Schokoladenmanufaktur inklusive. Über 50 Sorten Pralinen und mehr als 50 Varianten Schokolade entstehen in Handarbeit. Junge Unternehmer wie er setzen hier unter dem Label "Inser Hoamat" (Unsere Heimat) ihre Ideen um.

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Garmisch-Partenkirchen mit allen Sinnen genießen

In Garmisch-Partenkirchen gibt es mehr als Berge und Lüftlmalerei. Am Fuß von Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, hat sich eine Reihe junger Unternehmer niedergelassen, die auf ungewöhnliche Ideen setzen.


Kässers Kreativität kennt kaum Grenzen, er kreiert so exotische Sorten wie Latschenkiefer, Rote Bete, Himbeer oder Grappa Rosine. Erfolgreich sind Gapalade und Gapaline, also Schokolade und Pralinen mit Alpenkräutern. "Und es gibt fast nichts, was wir nicht aus Schokolade formen können", sagt er und zeigt auf die Nachbildung der Skisprungschanze.

Leidenschaft für Seife

Kann man eine Leidenschaft für Seife haben? Daniela Palmbergers lobt die Vorzüge der von ihr in Handarbeit hergestellten Seife. Sie verwendet ausschließlich natürliche Pflanzenöle und Fette und experimentiert mit immer neuen Zutaten wie Seide, Propolis, Meersalz, Ringelblumenblüten, Lavendel, Ziegenmilch oder Weißbier. Weil weder Hartmacher noch andere chemische Zusatzstoffe verwendet werden, brauchen Palmbergers Seifen vor allem eines: Zeit.

Linus Kässer befüllt seine feinen Pralinen. © Sigrun Eibner


Zwischen vier Wochen und acht Monaten müssen sie reifen, damit sie mild und verträglich sind. Diese lange Reifezeit unterscheidet sie von industriell gefertigter Ware.

Vor acht Jahren hatte die IT-Systemmanagerin begonnen, die ersten Seifen herzustellen. Heute arbeitet die 40-Jährige noch drei Tage die Woche in München, die restlichen Tage verbringt sie in der heimischen Seifensiederei. Verkauft werden die Stücke in ihrem Laden in Partenkirchen und inzwischen auch im Internet.

Was haben Eishockey und Kaffee gemeinsam? Für Leonhard Wild jede Menge. Früher hatte sich "Hardi" mit Haut und Haaren dem Eishockey-Sport verschrieben. Nach dem Ende seiner Profikarriere sattelte er auf Kaffee um und bringt dabei nun genauso viel Leidenschaft auf wie seine Frau Stefanie, die früher einmal als Skirennläuferin erfolgreich war.

Kräuterbutter zum selber Machen

Gemeinsam gründeten sie die Kaffeerösterei Wildkaffee, die inzwischen in Garmisch ein Cafe mit Showrösterei betreibt. Hier kann man nicht nur gemütlich Espresso oder Cappucino trinken oder Bohnen kaufen, sondern auch viel über Kaffee lernen. In Baristakursen erfahren Wissbegierige viel über Verarbeitung und Zubereitung, aber auch über die Herkunft.

Die Chefs von Wildkaffee sind ständig unterwegs, um etwa in Brasilien, Burundi, Kenia, Indien oder Nicaragua die besten Bohnen zu finden. Und auch, um im direkten Kontakt mit den Produzenten über Standards und Qualität zu wachen. Am Ende der Kurse steht deshalb auch eine Blindprobe unterschiedlicher Kaffeesorten, die manchen Teilnehmer baff erstaunt ob der großen geschmacklichen Unterschiede. Von wegen Kaffee ist Kaffee.

"Brennnessel muss man nur kurz blanchieren, dann brennen sie nicht mehr," erklärt Ursula Höger und zupft ein paar hellgrüne Blätter vorsichtig ab. Der Pflanze werde eine entwässernde Wirkung nachgesagt, sie enthalte viel Eisen und könne ähnlich wie Spinat für Spätzle oder Lasagne verwendet werden, erläutert sie weiter.

Wer sich mit der Kräuterpädagogin auf eine Wanderung macht, lernt unglaublich viel über Wildkräuter, ihre Wirkung und Verwendung. Regelmäßig führt Ursula Höger Urlaubsgäste über die Wiesen und Wege rund um Garmisch. Zurück im Ort wird dann alles in der Küche zu Wildkräutersalat, mit Kräuterfrischkäse gefüllten Champignons, Kräuterbutter oder Pesto verarbeitet. Danach geht keiner mehr achtlos an dem, was am Wegesrand wächst, vorbei.

Mehr Informationen:

Garmisch-Partenkirchen Tourismus - www.gapa.de
Anreise: Am einfachsten mit dem Auto ab Nürnberg in gut 250 Kilometern, mit dem Zug über München in gut drei Stunden.
Günstig wohnen: Hotel Ludwigshof - www.ludwigshof-gap.de
Luxuriös wohnen: Hotel Zugspitze - www.hotel-zugspitze.de

Sigrun Eibner

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