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Diese Ausstattung rüstet für das perfekte Foto

Handyfotos waren gestern - heute braucht es ein Mindestmaß an Professionalität - 15.05.2015 15:15 Uhr

Thomas Cook bietet Fotoreisen unter Anleitung von Profis an. Mit dieser Mindestausstattung klappt das perfekte Foto. © Niese


Die Mitreisende ist entzückt: „Sind das nicht tolle Fotos geworden?“, fragt sie unentwegt, als sie mit ihrem Smartphone wieder einen Delphin herangezoomt und fotografiert hat. Mit ihrem Telefon! Mit einer Kamera, deren Linse und Fotosensor kaum größer sind als ein Stecknadelkopf. Flau und grobkörnig sind die Fotos auf dem Computer. „Darum lautet die wichtigste Regel für gute Reisefotos: Eine ordentliche Kamera mitnehmen“, sagt Fotograf Oliver Ostermayer.

Ein allzu billiger Fotoapparat sollte es nicht sein, auch damit kommt man kaum übers Stadium amateurhafter Knipserei hinaus. Der Bildsensor ist klein, die Optik unterdurchschnittlich und man kann kaum kreativ ins Bild eingreifen.

Mit einer Minimalinvestition von etwa 250 Euro bekommt man eine kompakte Kreativkamera mit einem größeren 1/1,7-Zoll-Sensor und ausreichenden zwölf Millionen Pixeln Bildauflösung. Es gilt: Weniger Pixel sind meist mehr! Denn drängen sich auf einem kleinen Sensor zu viele Bildpunkte, leidet die Qualität.

Die Optik sollte lichtstark sein, mindestens 1:2,0. Bei kleinen Kreativkameras liegt eine gute Zoombrennweite zwischen 24 und 120 Millimetern. Das heißt, sie deckt moderat den Weitwinkel- und den Telebereich ab. Riesige Brennweiten, wie sie Reisezoom-Kameras bieten, benötigt man eigentlich nur für die Tierfotografie.

„Ein Zoomobjektiv mit einer Brennweite zwischen 24 und maximal 200 Millimetern deckt auf fast jeder Reise die meisten Situationen ab“, weiß Oliver Ostermayer.

Objektive sollten wechselbar sein

Wer einen mindestens halbprofessionellen Anspruch an seine Reisefotos hat, sollte aber eine Kamera mitnehmen, bei der man die Objektive wechseln kann. Das kann eine teure Spiegelreflex-Ausrüstung sein, mit großen Sensoren im so genannten APS-C- oder Vollformat und mit allen Möglichkeiten der kreativen Fotografie. „Doch damit schleppt man in einer großen Tasche viel Gewicht mit sicher herum. Auf Reisen ist das sehr lästig“, weiß Ostermayer.

Praktischer ist die noch recht junge Gattung der Systemkameras, die bei oft gleich großen Sensoren auf einen Klappspiegel verzichten, kompakter sind und das Vorschaubild im Sucher schon so anzeigen, wie es später ausgegeben wird — bei allen Möglichkeiten der kreativen Fotografie.

In Gehäuse und Objektiv am kompaktesten und in der Qualität den großen Kameras nahezu ebenbürtig sind Systemkameras mit etwas kleineren Micro-Four-Thirds-Sensoren. Eine gute Systemkamera dieses Formats kostet inklusive Standardzoom-Kitobjektiv etwa 800 Euro. Sie ist so klein, dass eine Ausrüstung mit Kameragehäuse, Standardzoom 24-80mm, Teleobjektiv 80-300mm, Weitwinkelobjektiv und einer 50mm Festbrennweite mit kleinem Aufsteckblitz und Kameragriff locker in eine nur 20x11x17 Zentimeter kleine Fototasche passen.

All die schöne Technik nutzt nur etwas, wenn man sich vor der Reise mit der Kamera beschäftigt hat. Wenn man also weiß, was sie kann und ihre Möglichkeiten bewusst einsetzt. Wer nur im grünen Automatikmodus fotografiert und sich auch über die Auswahl des Motivs und die Perspektive keine Gedanken macht, benötigt solch eine Kamera nicht.

Matthias Niese E-Mail

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