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"Dark Eden": Maximierung des Profits mit schwarzem Gold

Tiefgründige Doku über Öl-Industrie - Förderung des Rohstoffs macht krank - 11.04.2019 09:16 Uhr

Den Mittelpunkt der sehr persönlichen Doku "Dark Eden" bildet das Paar Jasmin Herold und Michael Beamish, zugleich die Regisseure des Films. © W-Film


Auf dem Paradies liegen dunkle Schatten. Das Öl, das mittels gut bezahlter Jobs Menschen aus aller Welt anzieht, ist in Sand gebunden und wird durch einen enorm umweltschädlichen Prozess gefördert. Verseuchtes Wasser, Tiere, deren Fleisch nur noch aus Krebsgeschwüren besteht und steigende Krebsraten bei Menschen sind die Folgen. Auch Beamish erkrankt während der Dreharbeiten daran.

Neben den beiden Hauptfiguren lernen wir weitere Protagonisten aus Fort McMurray näher kennen. Etwa Robbie, den Leiter der Kampagne der Ölindustrie. Anfangs noch betont jovial reagiert er auf kritische Fragen bald zunehmend gereizt. Doch bis zum Ende verteidigt er die Ölsandförderung. Der Deutsche Markus träumt vom eigenen Haus. "Das ist, was all diese Firmen machen: Die kaufen dich!", heißt es einmal.

In der Tat: Es werden gut bezahlte Jobs geboten, aber dafür soll man die verheerenden Folgen bitte klaglos akzeptieren. "Dark Eden" ist ein weit über den konkreten Fall hinausgehendes Lehrstück darüber, wie weit für die Maximierung des Profits gegangen wird. Ein angemessen beunruhigender, auch in Bildgestaltung und Sounddesign ambitionierter Film. (Zur 11.30-Uhr-Vorstellung am Sonntag, 14. April 2019, kommen die Regisseure ins Nürnberger Casablanca).

kaho

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