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Hinauf zur mächtigen Fünfeck-Festung

Rundwanderung Weißenburg – Römerbrunnen – Wülzburg - 13.06.2009

Die Wülzburg ist die einzige erhaltene Fünfeck-Festung in Deutschland. © Horst M. Auer


Nun wollte er zu seinen Soldaten zurück und stellte fest, dass er sich verirrt hatte. Im Wald entdeckte er eine Quelle und ging dem Lauf des Bächleins nach, das ihn zurück zu seiner Kohorte führte. Dort beschrieb er den günstigen Lagerplatz auf der Anhöhe, die Römer bauten ihn zu einem Stützpunkt aus und fassten die Quelle zu einem Brunnen. Daher soll der Name «Römerbrunnen» kommen, an dem bisweilen des Nachts eine weiße Gestalt erscheint: das germanische Mädchen.

Am Römerbrunnen führt unsere Rundwanderung von ungefähr sechzehn Kilometern vorbei. Von Nürnberg bringt uns die Regionalbahn R6 nach Weißenburg, dem Ausgangspunkt. Am Bahnhof beginnen wir unsere Wanderung und laufen ein kurzes Stück Richtung Stadt. Wir halten Ausschau nach dem Schild «Bergwaldtheater». Von der südlichen Ringstraße aus folgen wir zunächst der Holzgasse bergwärts. Danach mühen wir uns einen Fußweg bergauf, der uns direkt zum Gasthaus Ludwigshöhe leitet.

Wir steuern dem Großparkplatz links von der Straße zu und folgen dem Holzschild «Römerbrunnen». Ein lauschiger Pfad nimmt uns auf, kurz darauf streifen wir rechter Hand eine Infotafel und laufen geradeaus weiter. Nach einem Kilometer lichtet sich der Wald und wir stoßen an die gefasste Quelle des Römerbrunnens, umgeben von Sitzbänken, auch ein Grillplatz darf nicht fehlen.

Danach orientieren wir uns zunächst an dem Schild mit der Aufschrift «Laubentalweg Nr. 1, – 4,5 km nach Suffersheim» und folgen diesem. Auf einem Forstweg marschieren wir bergauf und erreichen nach kurzer Zeit eine quer verlaufende Teerstraße. Hier schwenken wir nach links und folgen der Rotstrich-Markierung des Frankenweges. Nach wenigen Minuten treffen wir auf eine Hauptstraße, die wir vorsichtig überqueren.

Wir halten uns weiter genau an die Markierung des Frankenweges und setzen unsere Wanderung auf einem Waldweg fort. Nach wenigen Kilometern stoßen wir wieder auf eine Hauptstraße, die wir überqueren, wonach wir gleich links ab auf einem Feldweg am Waldrand entlang laufen. Wir setzen den Weg durch Feld-Auen fort und erreichen schon wieder eine Teerstraße. Hier schwenken wir nach links. Nach wenigen Schritten auf der Straße biegen wir nach rechts auf einen Feldweg ein.

Nach kurzer Zeit erblicken wir am Waldrand mehrere Markierungen. Wir folgen dem Hohenzollernweg Richtung Wülzburg mit der Markierung Nr. 2. Nun noch wenige Schritte über einen baumbestandenen Wall, und wir stoßen direkt auf den Festungsgraben der Wülzburg. Wo früher ein Benediktinerkloster übers Land schaute, wurde 1588 ein monumentales Festungsbauwerk vom Markgrafen Georg Friedrich von Ansbach errichtet.

Es ist die einzig erhalten gebliebene Fünfeck-Festung Deutschlands, ausgestattet mit mächtigen Wällen und Bastionen. Durch die fünfeckige Form wird ein «toter Winkel» verhindert. Diese Bauform wurde erstmals um 1500 in Italien entwickelt. Seit 1806 gehört die Anlage dem Bayerischen Staat.

Durch ein prächtiges, mit schweren Säulen flankiertes Tor betritt man die weitläufige Anlage. Wir lenken unsere Schritte zur Ludwigszisterne, die König Ludwig der Erste von Bayern anlegen ließ. Im Ersten Weltkrieg war Charles de Gaulle der prominenteste Kriegsgefangene auf der Festung. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich dort ein Flüchtlingslager. Heute ist eine Pflegefachschule in den Gebäuden untergebracht und eine Gastwirtschaft lädt zur Einkehr.

Nach der Besichtigung wandern wir zu der Stelle zurück, wo wir zuerst auf den Festungsgraben gestoßen sind. Wir marschieren ein Stück auf dem uns nun schon bekannten Weg in umgekehrter Richtung, wandern dann aber weiter bergab Richtung Kehl. Dabei halten wir uns an das Richtungszeichen Rotstrich-Frankenweg des Fränkischen Albvereins und laufen weiter talwärts bis zum Ortsrand von Gänswirthshaus. Dann schnaufen wir den Gegenhang bergauf und freuen uns auf eine Einkehr im Rohrberghaus der Naturfreunde von Weißenburg, welches ganz idyllisch mitten im Wald liegt.

Nach der Rast nehmen wir das «MD-Zeichen» ins Visier und laufen nun Richtung Ellingen. Nach kurzer Zeit lichtet sich der Wald. Wir biegen etwas später mit Markierung Nr. 2 links ab und erreichen nach wenigen Minuten den markanten Bismarckturm. Wir erklimmen ihn und genießen die Rundsicht. Danach geht es auf einem romantischen Waldweg steil bergab. So gelangen wir vor die Türe einer Gartenkolonie, welche wir durchschreiten, denn unser Weg führt mitten durch die Gartenkolonie.

Wir stoßen später auf die Umgehungsstraße von Weißenburg, wo wir links abbiegen. Nach wenigen Metern treffen wir auf eine Brücke, wo wir nach rechts schwenken. Nun folgen wir der Niederhofer Straße bis ins Zentrum und beschließen beim Bahnhof unsere Wanderrunde. 

Alfred Bachmann

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