17°

Freitag, 19.07.2019

|

Opel: Auf den Crossland folgt der Grandland

Drittes SUV am Start – Peugeot 3008 als Basis - 23.09.2017 12:04 Uhr

Opel Grandland X: Wenn es nach den Opel-Marktstrategen geht, soll er Männer zwischen 40 und 50 Jahren ansprechen. © Hersteller


Mehr denn je setzt Opel in jüngster Zeit auf die SUVs, weil sie sich derzeit besser verkaufen als die Vans. Kurz nach Einführung des Crossland X folgt ab 21. Oktober der Grandland X. Der Newcomer ist eine Nummer größer und zählt zu den Midsize-SUVs. Wie der kleinere Bruder stammt er aus der Kooperation mit dem französischen Hersteller PSA (Peugeot-Citroen), der inzwischen Opel komplett übernommen hat. Als erster Opel überhaupt wird der Crossland in einem Peugeot-Werk gebaut, nämlich in Sochaux auf Basis des Peugeot 3008.

Männer im Visier

Optisch tritt der Grandland X in einem athletischen SUV-Design an. Durchaus elegant in der Linie, aber kraftvoll im Detail soll er vor allem Männer zwischen 40 und 50 Jahren ansprechen, wenn es nach den Opel-Marktstrategen geht. Der robuste Auftritt täuscht allerdings etwas darüber hinweg, dass der Grandland nicht mit Allradantrieb angeboten wird. Aber das dürfte die Kundschaft nicht stören, sie setzt eher auf den Offroad-Charme des Fahrzeugs sowie auf die erhöhte Sitzposition mit guter Rundumsicht und den leichten Ein- und Ausstieg.

Daneben haben die Rüsselsheimer Designer möglichst viel zur Familienähnlichkeit beigetragen - sowohl hin zur großen Limousine Insignia als auch zu den anderen X-Modellen wie dem Mokka. Nicht zuletzt sind die Stylisten stolz auf präzise Kanten und Karosserielinien - besonders auf die Linie, die aus der Fuge der Aluminium-Motorhaube in die Gürtellinie übergeht. Der Grandland X steht breit auf der Straße. Zum kraftvollen Auftritt tragen die Opel-typische "Bügelfalte" in der Mitte der Motorhaube und die (optional) bis zu 19 Zoll großen Räder bei. Weiterer Blickfang: die schlanken LED-Scheinwerfer (wobei LED auf Wunsch geliefert wird).

Der Grandland X soll der erste Opel mit Plug-in-Hybridantrieb werden. © Hersteller


Auch im Innenraum wird die gemeinsame Technik geschickt verborgen und dabei Wert auf Qualität gelegt, um letztlich eine gewisse Eigenständigkeit des Modells zu betonen. Selbst findigen Autofreaks wird es nicht leichtgemacht, eine zu große Nähe zum Peugeot 3008 festzustellen. Was mehr zählt, sind die funktionellen und praktischen Pluspunkte: Jede Menge Raum auf kleiner Grundfläche. So fasst der gut nutzbare Gepäckraum 514 bis 1.652 Liter. Die Heckklappe aus Kunststoff lässt sich optional per Fußkick elektrisch öffnen. Für bis zu fünf Personen ist ebenfalls gesorgt; auf Wunsch sind für die Insassen vorne auch rückenschonende AGR-Sitze erhältlich.

Traktionskontrolle mit fünf Modi

Vor keine Rätsel stellt einem die Bedienung. Cockpit und Infotainment-System sind übersichtlich gestaltet mit wenigen Bedienknöpfen. Der Bildschirm ist ziemlich hoch in der Instrumententafel angeordnet, soll heißen, er liegt für den Fahrer günstig im Blickfeld. Ebenfalls einfach lassen sich Einstellungen wie Heizung und Klimatisierung vornehmen, aber auch Chassis-Funktionen wie die Traktionskontrolle mit fünf wählbaren Modi in der Mittelkonsole (für 750 Euro ab "Edition"; in den beiden höchsten Ausstattungen 390 Euro Aufpreis). An Ablagen und Becherhalter ist auch gedacht, ein weiteres Fach befindet sich unter der verschiebbaren Armlehne, davor die optionale Vorrichtung für das induktive Aufladen kompatibler Smartphones.

Abseits vom Asphalt: Eine Traktionskontrolle mit fünf Fahrmodi hilft hier weiter. © Hersteller


Der Grandland X ist 4,48 Meter lang und damit um 20 Zentimeter länger als der Crossland. Länge und Radstand sind beim Peugeot und Opel identisch, der Grandland ist außen nur minimal breiter und flacher. Wobei zum Beispiel ein schwarz lackiertes Dach, das es für 540 Euro ab der Stufe "Dynamic" gibt, die Linienführung noch etwas geduckter wirken lässt. Antriebsstrang und Elektronikplattform steuern die Opel-Techniker bei, auch haben sie die Abstimmung der Motoren und des Fahrwerks selbst vorgenommen.

Angeboten werden zunächst zwei Motorisierungen, ein Dreizylinder-Turbobenziner mit 130 PS und ein Vierzylinder-Diesel mit 120 PS. Für den 1,2-Liter-Benziner geben die Rüsselsheimer einen Normverbrauch von 5,4 Liter auf 100 Kilometer (mit breiter Bereifung) an, entsprechend 127 g/km CO2. Der Motor mit kleinem Hubraum (1,2 l) spricht recht spontan an, ist elastisch und arbeitet leise. Den Diesel rüstet Opel umweltbewusst mit SCR-Kat und AdBlue-Tank aus, um die NOx-Werte deutlich zu senken. Ein neuer, 180 PS starker Selbstzünder, der mit einer Achtstufenautomatik angeboten wird, soll laut Opel-Chef Michael Lohscheller im nächsten Jahr folgen. Außerdem werden Motoren unter 120 PS angekündigt. Auch eine Version mit Plug-in-Hybrid ist geplant - die erste bei Opel. Danke eines Elektromotors an der Hinterachse wird sie so etwas wie "Allradantrieb light" erzeugen.

Bilderstrecke zum Thema

Grandland X: Das dritte Opel-SUV fährt vor

Der Opel Grandland X ist der deutsche Bruder des Peugeot 3008. Dabei wurde sein "Grundstein" schon gelegt, bevor von einer Übernahme der Opelaner durch PSA Peugeot-Citroen ernsthaft die Rede war. Das nach Mokka X und Crossland X dritte Opel-SUV wird zu Preisen ab 23.700 Euro erhältlich sein. Allradantrieb ist nicht vorgesehen.


Agiles Fahrverhalten

Das Fahrwerk zeigt sich markentypisch agil ausgelegt, wobei der Komfort nicht zu kurz kommt. Der Grandland fährt sich agil, nicht zuletzt wegen seines relativ geringen Gewichts ab 1.350 Kilo - womit er als einer der leichtesten im Segment gilt. Zudem sind die Windgeräusche niedrig. Und bei den Assistenzsystemen ist der Grandland X ganz groß: Spurhaltewarner und Verkehrsschildererkennung finden sich bereits in der Basis. Adaptives LED-Licht für geringere Ermüdung bei Nachtfahrten kostet 1.250 Euro extra, in der höchsten Stufe "Innovation" ist es serienmäßig. Für das automatische Bremssystem, das unter 30 km/h bis zum Stillstand bremst und über 30 km/h bremsunterstützend wirkt, verlangen die Rüsselsheimer 500 Euro in "Edition", darüber ist es immer an Bord. Totwinkel- und Kollisionswarner sind ebenfalls gegen Aufpreis verfügbar. Ab Ausstattungsstufe "Edition" ist der "Schutzengel bei Tag und Nacht", der Telematikdienst OnStar, serienmäßig.

Cockpit und Infotainment-System beschränken sich auf wenige Bedienknöpfe. © Hersteller


Seine Weltpremiere hat der Opel Grandland X auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA (noch bis zum 24. September) gefeiert, am 21. Oktober kommt er auf den Markt. Die Preispalette beginnt bei 23.700 Euro für den Turbobenziner, für den Diesel bei 26.500 Euro; beide sind außer mit dem manuellen Sechsganggetriebe mit Sechsgangautomatik erhältlich (plus 1.600 Euro). Als Hauptkonkurrenten sehen die Opel-Marketingleute den Nissan Qashqai und den Hyundai Tucson, doch gewiss zählt auch der Peugeot 3008 dazu.

Ingo Reuss

Opel Grandland X in Kürze:

Wann er kommt: Am 21. Oktober 2017

Wen er ins Visier nimmt: Peugeot 3008, Nissan Qashqai, Hyundai Tucson & Co.

Was ihn antreibt: Benziner mit 130 PS, Diesel mit 120 PS

Was er kostet: Ab 23.700 Euro

Was noch folgt: 180-PS-Diesel, Motoren unterhalb von 120 PS, Plug-in-Hybrid

  

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Auto