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Heuschnupfen: Was Autofahrer tun können

Pollenfilter als Abhilfe - Vorsicht bei Antiallergika - 09.04.2019 15:17 Uhr

Attacke von außen: Pollenfilter sortieren die lästigen Allergieauslöser sehr zuverlässig aus. © Opel


Niesattacken, juckende Augen, eine permanent laufende Nase und nicht selten ein fiebriger Allgemeinzustand: Heuschnupfen ist alles andere als lustig. Speziell für Autofahrer bringt eine solche Allergie obendrein auch Risiken mit sich. Das elende Befinden stört die Konzentration, verquollene Augen beeinträchtigen das Sehvermögen und Niesanfälle können sogar dazu führen, dass der Fahrzeugführer das Lenkrad verreißt. "Bei einer Niesattacke im Stadtverkehr legt man gut und gerne 20 Meter im Blindflug zurück", warnt außerdem die Opel-Werksärztin Dr. Anne-Marie Albuszies. Bei Tempo 100 würden daraus buchstäblich schnell 50 Meter.

Medikamente machen müde

Viele der vom Heuschnupfen Geplagten versuchen, ihre Beschwerden mit Hilfe von Medikamenten in den Griff zu bekommen. Doch das geht nicht immer mit der Teilnahme am Straßenverkehr zusammen. "Selbst rezeptfreie Medikamente können müde machen und das Reaktionsvermögen deutlich einschränken", warnt Andrea Häußler vom TÜV Süd. Den Beipackzettel gründlich zu studieren, ist daher oberste Pflicht.

Am besten sollte man die Medikamente abends vorm Schlafengehen einnehmen und bei Müdigkeit aufs Auto verzichten. Wer unter der Einwirkung von Antihistaminika einen Unfall verursacht, riskiert nicht nur Führerschein und Versicherungsschutz. Ein solches Verhalten kann auch als Trunkenheitsfahrt bestraft werden - ganz abgesehen von der Schuld, die man auf sich lädt, wenn andere Verkehrsteilnehmer zu Schaden kommen.

So bleiben die Pollen draußen

Es ist aber auch möglich, das Auto zu einem Schutzraum zu machen. Viele Pollen bleiben schon dann draußen, wenn Jacken oder Mäntel nicht mit ins Auto genommen, sondern vorher ausgezogen und im Kofferraum verstaut werden.

Gar nicht unproblematisch: Während des Niesens bleiben die Augen geschlossen - Blindflug droht. © ARCD


Experten des Auto- und Reiseclubs Deutschland (ARCD) raten außerdem dazu, während der Fahrt Fenster und Schiebedach geschlossen zu halten und die Lüftung auf Umluftbetrieb zu schalten. Hilfreich kann es zudem sein, die empfindlichen Augen mit einer Sonnenbrille vor Pollenflug zu schützen. Sinnvoll ist es zudem, das Fahrzeug nicht unter Pollenschleudern wie Bäumen zu parken. Auch das regelmäßige Aussaugen des Autos (Polster, Ablagen, Armaturen) hilft - so werden die Pollen immer wieder eliminiert.

Der Pollenfilter hilft

Am effektivsten wird freilich ein Pollenfilter tätig, wie er schon heute in den meisten Autos serienmäßig verbaut ist. Opel beispielsweise installiert seit dem Jahr 2000 Filtersysteme in seinen Pkw-Modelle, seit dem Modelljahr 2018 handelt es sich dabei ausschließlich um Aktivkohlefilter, die Pollen zu hundert Prozent abfangen und außerdem Gase wie Ozon oder unangenehme Gerüche aus der Luft filtern.

Ob sich ein solcher Pollenfilter auch nachrüsten lässt, weiß der Fachmann in der Werkstatt. Allerdings muss der Filter regelmäßig nach Herstellerangaben ausgetauscht werden, da er sich sonst mit der Zeit zusetzt und die Luftzirkulation im Auto behindert. Experte raten dazu, den Tausch jährlich durchzuführen oder aber alle 15.000 bis 30.000 Kilometer.

Heuschnupfen bis Oktober

Heuschnupfen ist leider nicht nur ein frühlingshaftes Phänomen. "In den kommenden Monaten wird die Haselnuss Probleme bereiten, außerdem Esche und Birke", warnt Opel-Ärztin Albuszies. Im Laufe des Sommers kämen Beifuß, Gräser und Ambrosia dazu. Heißt: Die Heuschnupfensaison kann von März bis Oktober dauern.

ule 

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