Dienstag, 19.11.2019

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Ellinger UFC-Kinder meisterten die Alpentour

Neun- bis Zwölfjährige absolvierten in vier Tagen 242 Kilometer vom Schliersee bis zum Kalterer See - 17.08.2019 07:08 Uhr

Außergewöhnliche Leistung – und das bereits seit 18 Jahren: Einmal mehr hat der UFC Ellingen unter der Regie von Matthias Schulz seine Radtour über die Alpen durchgeführt. Vier Jungs und zwei Mädchen im Alter von neun bis zwölf Jahren meisterten diese Herausforderung und hatten trotz Anstrengung viel Spaß. © Foto: UFC Ellingen


. . . denn vier Jungen und zwei Mädchen vom UFC Ellingen im genannten Alter haben gemeinsam mit ihrem Tourleiter Matthias Schulz in vier Tagen die Nordalpen und den Alpenhauptkamm überquert. Vom Schliersee zum Kalterer See lautete das Motto. Sie legten dabei 3240 Höhenmeter im Aufstieg und 242,5 Kilometer in der Distanz zurück. Eine besondere Leistung in diesem Alter.

Alpentouren seit 18 Jahren

Der UFC Ellingen bietet bereits seit 18 Jahren Alpenüberquerungen für Kinder und Jugendliche an und stellt neben dem sportlichen Aspekt geologische, naturkundliche und allgemeinbildende Wissensvermittlung in den Mittelpunkt. Daneben sorgen kindgerechte Zwischenziele und attraktive Höhepunkte unterwegs für ein altersgerechtes Erlebnis bei der Kidsalptour. Aber der Reihe nach.

Die erste Etappe (rund 60 Kilometer) führte vom Schliersee nach Fügen. Ein Highlight unterwegs bildete die Kaiserklamm, die seit Kaiser Franz Josef und Kaiserin Sissi durch ihren wildromantischen Charakter berühmt ist. Höchster Punkt des ersten Tourtages war der Spitzingsattel (1145 Meter über Normalnull).

Am zweiten Tag radelten die UFCler am Zillertal-Radweg von Fügen bis Zell am Ziller. Hier wartete abermals ein großer Abenteuerspielplatz mit einem Riesen-Trampolin auf die Kids. Weiter ging es nach
Mayrhofen zur "Tal-Gabelung" und durch das Zemmtal von 633 Metern Meereshöhe hinauf bis auf 1782 Meter. Vor dem finalen Anstieg zum Stausee gab es einen fantastischen Ausblick auf schneebedeckte 3000er-Gipfel. Als Übernachtungsquartier hat sich in den letzten Jahren die "Dominikushütte" bewährt. Hier wurden Schulz und die Kinder herzlich empfangen. Eine entlaufene Ziege, die der Gruppe vom Staudamm aus nachgelaufen war und plötzlich in der Gaststube stand, sorgte für Spaß bei den Kids und den übrigen Gästen. Der Hüttenwirt fand das weniger lustig und entfernte den meckernden Störenfried kurzerhand.

Nach 1320 Höhenmetern und gut 50,5 Kilometern Fahrdistanz am zweiten Tag führte die dritte Etappe von der Dominikushütte nach Sterzing. Unterwegs gab es nicht nur Wasserfälle und zahlreiche Gesteinsarten zu bewundern, sondern es gab auch knackige Anstiege und kräftigen Regen. Über das Pfitscherjoch-Haus mit heißer Nudelsuppe ging es auf längerer Abfahrt nach St. Jakob im Pfitscher Tal und weiter bis nach Sterzing. 37,7 Kilometer und 571 Höhenmeter im Aufstieg waren an diesem Tag angesichts des Wetters absolut vertretbar.

Der vierte Abschnitt führte von Sterzing zum Kalterer See. Der hervorragend ausgebaute Eisacktal-Radweg lud Kids und Tourleiter zu einer rasanten, abwechslungsreichen Fahrt durch die reizvolle Landschaft Südtirols ein. 94,5 Kilometer und 493 Höhenmeter umfasste die letzte Etappe. Tretbootfahrt, Baden im See und ein italienisches Essen rundeten den Tag ab. Danach ging es auf eine fünfstündige Heimreise, und nachts um 2 Uhr fielen die Kids müde, aber glücklich in ihre Betten.

Radeln durch sattes Grün: Die Abfahrten machten natürlich besonders viel Spaß. © Foto: UFC Ellingen


"Noch nie zuvor war eine Tourengruppe konditionell und technisch so gut unterwegs wie die UFC-Radlkids im Sommer 2019", stellte Matthias Schulz am Ende der Tour fest. Mit Kilian Krügl (12), Nils Strauch (9), Nynke Strauch (10), Katharina Urban (10) und Valentin Gempel (10) nahmen gleich fünf aktuelle CC-Rennfahrerinnen und -Fahrer an der Alpenüberquerung teil. Paul Löffler (12) von der U13-Gruppe stand dem in nichts nach. Das Tourgepäck hatten die Kids stets komplett bei sich.

Inzwischen ein "Tummelplatz"

"Seit der UFC Ellingen im August 2001 seine erste Alpentour organisiert hat, hat sich unterwegs einiges verändert", weiß Tourleiter (und Vorsitzender) Matthias Schulz zu berichten. In der Einöde zwischen dem Forsthaus Valepp und Aschau war man früher zum Beispiel als Tourengruppe "unter sich". Es konnte über eine Stunde dauern, bevor man einen anderen Biker oder Wanderer traf. "Jetzt tummeln sich hier zahlreiche E-Biker, die zwar bergauf schneller vorankommen und oftmals auch ohne Helm und Rucksack unterwegs sind, bergab jedoch häufig durch unsicheres Bremsverhalten eine ganze Abfahrt blockieren", so Schulz.

Auch sonst hat sich einiges getan (Stichwort: Brenner-Basistunnel). Was geblieben ist, ist die Unterstützung im Verein. Ein großes Dankeschön des UFC ging an Vereinsmitglied Christian Gempel, der die Gruppe zum Schliersee brachte und auch die Abholung vom Kalterer See mustergültig organisierte, sowie an Tourleiter Matthias Schulz, der die Gruppe sicher und mit hohem Erlebniswert über die Alpen brachte.

wt

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