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Mittwoch, 22.05.2019

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Bubenreuth soll Kultur-und Bürgerzentrum bekommen

Gemeinderat stimmte mehrheitlich für Entwicklung des Dreiseithofs "H7" - 04.03.2019 15:00 Uhr

Der Dreiseithof in der Hauptstraße 7 kann vielfältig verwendet werden, wird wohl aber ein Kultur- und Bürgerzentrum in Bubenreuth werden. © Klaus-Dieter Schreiter


Neun Varianten hat die Stadtplanerin und Architektin Brigitte Sesselmann geprüft, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass in dem von der Gemeinde erworbenen Dreiseithof ein Bürgertreff, das Museum "Musik und Integration" und die Gemeindebücherei "hervorragend" hinein passen würden.

Sie schlägt vor, den hinteren Querbau abzureißen und dort ein modernes Gebäude zu errichten, von dem aus auch der barrierefreie Zugang zu den beiden anderen Gebäudeteilen möglich ist. Der hintere Teil des Grundstücks zum Wiesenweg hin solle frei bleiben, dann komme das ganze Ensemble besser zur Geltung, schlägt sie vor. Auch eine Verkehrsberuhigung auf der Hauptstraße kann sich die Architektin vorstellen.

Details sind zwar noch längst nicht festgelegt, doch die Gemeinderäte hatten schon viele Fragen, die im Vorfeld der Gemeinderatssitzung schriftlich beantwortet wurden. Immer wieder taucht dabei die Frage nach den Kosten auf. Wie viel Geld die Gemeinde in die Hand nehmen muss, ist jedoch erst wirklich klar, wenn die architektonischen Planungen abgeschlossen sind.

Derzeit wird offenbar von etwa 7,3 Millionen Euro ausgegangen. Es wird mit einer Förderung von 60 Prozent für den Grundstückserwerb ausgegangen. Das hat 850 000 Euro gekostet. Für das gesamte Projekt ist eine ähnliche Förderung möglich. Die Planungskosten werden voraussichtlich bei rund 220 000 Euro liegen, darum ist eine europaweite Ausschreibung notwendig.

Ersten Schritt tun

Bis sich der Gemeinderat jedoch zu einem Beschluss über die Nutzung von H 7 durchringen konnte, wurde heftig diskutiert. Vor allem Christian Dirsch (Grüne) betonte immer wieder, nicht "die Katze im Sack" kaufen zu wollen. Weil es aber noch gar nicht um Detailplanungen ging, versuchte Bürgermeister Norbert Stumpf ihn und andere kritische Stimmen davon zu überzeugen, erst einmal den ersten Schritt, nämlich die Festlegung der Nutzung von H7, zu gehen. Der sei für die Beantragung von Fördermitteln notwendig.

Christian Dirsch machte deutlich, dass er zunächst noch einmal die Bürger befragen will, ob sie überhaupt ein solches Projekt mit Bücherei, Museum und Bürgertreff wollen. Er brachte ein Bürgerbegehren ins Gespräch und stellte dazu einen Antrag, der jedoch nicht behandelt wurde.

"Wir haben bereits ausgiebig mit den Bürgern diskutiert, jetzt müssen wir auch mal den nächsten Schritt machen", entfuhr es daraufhin Christian Pfeiffer (SPD). Man könne ein Zeichen setzen mit dem Museum für Integration. Den Antrag von Dirsch bezeichnete er als "Show-Effekt", den er "gräuslich" finde.

Das Thema "Integration" sei der Schlüssel für eine hohe Förderung, stellte der Bürgermeister klar, und Johannes Karl (SPD) betonte, andere würden davon träumen, eine so hohe Förderung für ein Projekt zu bekommen. "Die in Ansbach schauen bereits mitleidig nach Bubenreuth, weil der Gemeinderat nicht in die Puschen kommt, um die Förderung zu beantragen", meinte Karl.

Zukunftsthemen und Details wurden trotzdem ausgiebig diskutiert, bis es Hans-Jürgen Leyh (CSU) entfuhr, der Gemeinderat müsse nun endlich mal "Eier in der Hose" haben und entscheiden. Annemarie Paulus (FW) stellte daraufhin den Antrag, sofort abzustimmen, und Christian Sprogar (CSU) wollte das namentlich tun.

Mit zehn gegen sieben Stimmen beschloss der Gemeinderat, das H7 für einen Bürgertreff, das Museum "Musik und Integration" und die Gemeindebücherei zu nutzen. Zudem wurde der Bürgermeister ermächtigt, die Ausschreibungen vorzubereiten. 

KLAUS-DIETER SCHREITER

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