Dienstag, 13.11.2018

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Erlangen trumpft beim "Zukunftsatlas 2013" groß auf

Großraum Nürnberg gehört zu den Musterschülern Deutschlands - 10.11.2013 07:00 Uhr

Der Großraum Nürnberg schneidet beim „Zukunftsatlas 2013“ schon insgesamt gut ab, die Stadt Erlangen aber — im Bild die Fußgängerzone — ragt mit dem bundesweit dritten Platz noch einmal heraus. © Günter Distler


Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit, wächst oder schrumpft die Bevölkerung, wie viele Patente werden hier angemeldet? Es sind solche Fragen, die sich die Forscher gestellt haben, 27 Indikatoren insgesamt haben sie abgeklopft. Geht es nach ihrem „Zukunftsatlas 2013“, dann steht der Großraum Nürnberg vor glänzenden Jahren. Wenigstens die Voraussetzungen dafür sind gegeben.

Spricht er über Erlangen, gerät Prognos-Experte Tobias Koch sogar ins Schwärmen: „Die Stadt wächst, der Anteil Hochqualifizierter an den Beschäftigten ist bundesweit der höchste aller 402 Städte und Kreise, das Wirtschaftswachstum ist überdurchschnittlich.“ Dazu eine starke Forschungsquote: Macht mit Rang drei im Gesamtranking eine absolute Topplatzierung. Siemens, die Uni & Co. zeigen Wirkung.

Doch der Großraum Nürnberg darf sich in Gänze zu den Musterschülern der Republik zählen. Selbst dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, mit Platz 271 regionales Schlusslicht, bescheinigen die Forscher zumindest noch ein Gleichgewicht zwischen Chancen und Risiken in den nächsten Jahren. „Auffallend ist, dass neben den Städten auch die Landkreise recht gut abschneiden“, erklärt Koch. „Die Region ist sehr gut diversifiziert — das macht krisenfest“.

Relativ gute Landkreise

Zwar sei nicht alles eitel Sonnenschein. In Nürnberg (Platz 95) etwa sei die Arbeitslosigkeit relativ hoch, ebenso der Anteil an Hartz-IV-Empfängern — laut Koch möglicherweise Resultat des schwierigen Strukturwandels der Stadt weg vom Industrie-, hin zum Diensleistungssektor. Unter dem Strich seien das aber Klagen auf hohem Niveau. „Läge Nürnberg nicht in Franken, sondern in Nordrhein-Westfalen, würden wir darüber gar nicht reden.“

Es sind denn auch andere Ergebnisse, die die Experten wirklich umtreiben. Zwar sei der Wohlstand in Deutschland insgesamt seit 2007 gestiegen, heißt es in der Studie. Die Kaufkraft pro Kopf liege jetzt bei 20.554 € und damit zwölf Prozent höher. Die Schere jedoch zwischen prosperierenden und ärmeren Gegenden öffne sich weiter. „Im Standortwettbewerb gut positionierte Regionen bauen ihre Stärken aus und setzen sich von den übrigen Regionen weiter ab“, schreiben die Autoren.

Das Urteil „Ost gleich schlecht“ greife dabei zu kurz, denn: Auch „in Westdeutschland hat sich die Zahl der Einwohner, die in von Zukunftsrisiken betroffenen Regionen leben, seit 2004 dramatisch von knapp 2,1 Millionen auf mehr als 6,7 Millionen erhöht.“

Statt Ost-West prägt das Land dem Atlas zufolge zunehmend ein Nord-Süd-Gefälle. Jenseits von Bayern, Baden-Württemberg und Hessen fällt nur Wolfsburg auf Gesamtplatz neun unter die Top-Kategorie „beste Chancen“. Aus Bayern sind es neben Erlangen mit Stadt München, Landkreis München, Landkreis Starnberg, Ingolstadt und Regensburg allein schon sechs Kandidaten. 

GREGOR LE CLAIRE

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