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Vor Eintracht-Duell: Schommers und das Personal-Puzzle

Beim Club wird wieder einmal neuer Schwung für die Defensive gesucht - 13.03.2019 05:57 Uhr

Schon direkt nach Abpfiff in Hoffenheim dürfte das Grübeln von Club-Trainer Schommers bezüglich der Aufstellung gegen Frankfurt begonnen haben. © Sportfoto Zink


Der Eindruck, dass alles noch schlimmer werden könnte, drängte sich einem mit Blick auf den 1. FC Nürnberg ja eigentlich nicht auf. Es wurde jetzt aber alles noch schlimmer. Am Sonntagabend, als der Club gerade auch die Partie bei der TSG Hoffenheim verloren hatte, versuchte sich Boris Schommers noch an ein wenig Zuversicht. Schommers hat beim 1. FC Nürnberg ja nicht nur den Trainerposten von Michael Köllner übernommen, sondern auch dessen Amt als ersten Zuversichts-Beauftragten des Vereins.

Also sagte Schommers mit Blick auf die Spieler Sebastian Kerk und Enrico Valentini, die ihnen während der Partie gegen die TSG gerade kaputtgegangen waren, dass man erst einmal die ärztliche Diagnose abwarten solle, ehe man vom Schlimmsten ausgehe. Bei Sebastian Kerk wurde die Zurückhaltung belohnt, der Mittelfeldspieler ist nach dem Ellbogenschlag gegen seinen Kopf und darauf folgender Übelkeit bald wieder einsatzfähig. Bei Enrico Valentini kam es schlimmer als befürchtet.

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Die Bilanz ist erschreckend, die Negativserie inzwischen sogar geschichtsträchtig. Im Tabellenkeller wird es immer dunkler. Und das, obwohl sich die Leistung der Spieler und der Mannschaft als Ganzes in den letzten Wochen doch verbessert hat. Doch eine gute Halbzeit gegen Hoffenheim war nicht genug, um Punkte mit nach Nürnberg zu nehmen. Dementsprechend fallen auch die Noten - vor allem die der Offensive - aus.


Der Abwehrspieler hatte sich bei einer für Nürnberger Berufsfußballspieler in dieser Saison ungewohnten Übung verletzt: Nach einem Torschuss blieb Valentini liegen, musste ausgewechselt werden und fehlt dem Club jetzt bis über das Saisonende hinaus. Eine Sehnenverletzung im Oberschenkel beendet die erste Erstligasaison des Nürnbergers.

Eine starke Mannschaft hat der Club deshalb jetzt vor allem neben dem Platz. Außer Valentini sind ja zuletzt auch Adam Zrelak, Ondrej Petrak, Virgil Misidjan, Kevin Goden und Georg Margreitter nicht dienstfähig gewesen.

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Margreitter musste nach der Partie gegen Werder Bremen am 20. Spieltag eine Pause einlegen – auch ihn hinderten muskuläre Probleme am Mitwirken im Abstiegskampf. Der bringt die tapferen Nürnberger offenbar auch an körperliche Grenzen. Valentini war ja in der Hinrunde auch schon einmal für längere Zeit ausgefallen. Der Grund: eine Sehnenverletzung im Oberschenkel.

Damals wurde er unter anderem von Kevin Goden vertreten. Einem Profi-Azubi, der diesmal als Alternative allerdings erst einmal nicht zur Wahl steht. Erst seit dieser Woche darf der 20-Jährige wieder mit dem Ball üben. Vorher hinderte ihn daran: eine Muskelverletzung.

Margreitters Rückkehr

Das Gastspiel bei Eintracht Frankfurt wird deshalb für Schommers schon vor dem Anpfiff kompliziert. Neben Valentini kann ja auch der Gelb-gesperrte Tim Leibold nicht mitmachen. Es fehlen also der Rechts- und der Linksverteidiger Nummer eins — was dadurch noch komplizierter wird, dass es sich die Frankfurter in dieser Saison zur Gewohnheit gemacht haben, vor allem über die offensiven Außenpositionen den Gegnern in der Bundesliga und im Europapokal Angst zu machen.

Immerhin kann es den Nürnbergern inzwischen eigentlich ja egal sein, wie ihnen der jeweilige Gegner Angst macht, Grund sich zu fürchten, hatten sie in dieser Saison sowieso schon genug. Und ein bisschen Hoffnung gibt es ja auch. Für Georg Margreitter hätte es beinahe schon bei der TSG Hoffenheim zu einem Einsatz gereicht. Gegen Frankfurt wird er sicherlich in die Startformation und in die Innenverteidigung zurückkehren.

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Er wird dann neben Ewerton spielen, weil Lukas Mühl, der bislang durch überwiegend solide Auftritte auffällig geworden ist, wahrscheinlich als Ersatz für Valentini gebraucht wird. Bereits in der Vorrunden-Partie bei Borussia Mönchengladbach füllte Mühl diese Rolle zur Zufriedenheit aller Beteiligten aus.

Auf der linken Seite darf sich wahrscheinlich Robert Bauer versuchen. Der kam in Hoffenheim auch erst zu seinem zweiten Rückrunden-Einsatz, bis zur Partie gegen Borussia Dortmund hatte er verletzt zuschauen müssen. Der Hinderungsgrund auch bei ihm: eine Muskelverletzung. 

Fadi Keblawi

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