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Ölspur in der Wasserschutzzone bei Pottenstein

Behörden reagieren verhalten auf den Fund eines Zeitungslesers — Nicht erster Fall in diesem Jahr - 21.10.2017 15:25 Uhr

Über einen Kilometer lang ist die Ölspur bei Prüllsbirkig. © Emil Jenne


"Tiefschwarz, klebrig und übel riechend" sei der Streifen, der wohl durch Motorenöl entstand, sagt Jenne. Er verfolgte die Spur, die nicht durchgehend verlaufe, sondern immer wieder unterbrochen sei. Entdeckt hat er sie auf dem Wanderweg, der vom Wanderparkplatz nahe Prüllsbirkig in Richtung Hohenmirsberg führt. Sie endet auf einer Wiese, Jenne vermutet, deren Eigentümer könnte der Übeltäter sein.

Er hat der Polizei in Pegnitz eine mit Öl getränkte "Grasprobe" mitgebracht, sozusagen als Beweismittel. Dort weiß man schon Bescheid, wie der stellvertretende Inspektionsleiter Harald Düplois auf Anfrage der Redaktion bestätigte. Der Vorfall sei bereits seit Donnerstag vergangener Woche bekannt, es fand auch ein Ortstermin mit Vertretern der zuständigen Behörden statt. Diese seien zu dem Ergebnis gelangt, dass "das Ganze nicht so schlimm sei, weil das Öl schon eingetrocknet und nicht tiefer in den Boden eingedrungen sei". Daher liege kein Anlass für "weitere Sofortmaßnahmen" vor.

Das bestätigt Pottensteins Bürgermeister Stefan Frühbeißer: "Als wir davon erfuhren, waren wir rasch mit dem geschäftsleitenden Beamten und zwei Polizisten vor Ort, dann wurden unmittelbar Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt eingeschaltet." Aus seiner Sicht sei es "schon bedeutsam, den Verursacher ausfindig zu machen". Schließlich sei das nicht der erste Vorfall in diesem Jahr, "das hatten wir schon mal".

Und Fakt sei nun einmal, dass der betreffende Feldweg zwar "nur" die Grenze zum Wasserschutzgebiet bilde, die Grünfläche, in der die Ölspur endet, aber bereits innerhalb der Schutzzone. "Da ist es nicht so recht nachvollziehbar, wenn man keinen akuten Handlungswährend sieht." So sieht das auch Jenne, dies sei kein Kavaliersdelikt, wenn das keine Konsequenzen habe, "können wir unsere Landschaft gleich einmotten".

Doch Michael Benz, Pressesprecher des Landratsamtes, bestätigte auf Anfrage noch einmal: "Es besteht kein akuter Handlungsbedarf, auch nicht unter dem Aspekt, dass ein Wasserschutzgebiet berührt wird." Aufgrund des Hinweises von Emil Jenne werde jedoch noch einmal geprüft, ob ein behördliches Einschreiten notwendig ist. Die Polizei ermittelt ebenfalls weiter, so Harald Düplois. 

STEFAN BRAND

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