Dienstag, 18.12.2018

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Weiter Mangel: Nürnberg sucht verzweifelt nach Hebammen

Stadt will künftig Leistungen der Krankenkassen übernehmen - 06.12.2018 05:07 Uhr

Bayernweit fehlen Hebammen - auch Nürnberg ist da keine Ausnahme. © Uwe Zucchi/dpa


Der Freistaat unterstützt mit dem 30-Millionen-Förderprogramm Landkreise und kreisfreie Städte mit 40 Euro für jedes im Krankenhaus geborene Kind. Allerdings scheint die Umsetzung des Programms mit heißer Nadel gestrickt worden zu sein, wie im Gesundheitsausschuss klarwurde.

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Die Stadt rechnet für 2018 mit knapp 300.000 Euro, wie Katja Günther vom Gesundheitsamt erklärte. Bewilligt ist das Geld noch nicht - doch laut Vorgabe müsste es bis Mitte 2019 ausgegeben sein. Nach Angaben der stellvertretenden Leiterin des Gesundheitsamtes sollen von dem Zuschuss 107.000 Euro ans kommunale Klinikum gehen, das die Summe vor allem in mehr Hebammen investieren will - so sind für Stellenausschreibungen 30.000 Euro oder 18.000 Euro für Bonuszahlungen an Mitarbeiter für das Anwerben von Hebammen eingeplant.

Amt springt ein

Das Gesundheitsamt würde den anderen Teil des Zuschusses von 175.000 Euro für sich behalten - und von dem Geld eine Koordinierungsstelle einrichten, die Netzwerkarbeit betreiben soll. Auch sollen freiberufliche Hebammen, die Nachwuchs ausbilden, eine Aufwandsentschädigung erhalten. Zudem will das Amt eine Wochenbettbetreuung für Mütter anbieten, die ohne Hebammen sind.

Denn nach der Geburt hätten Mütter zunehmend Probleme, eine Nachsorge-Hebamme zu finden. Katja Günther: "Etwa 20 Prozent der Mütter sind nach der Entlassung aus der Klinik ohne Hebammenversorgung. Bei Müttern, die Hartz IV beziehen, sind es sogar 40 Prozent der Frauen."

Andrea Friedel, Stadträtin der Grünen und selbst Hebamme, bestätigte dies: "Um eine Hebamme zu bekommen, sollte man die Geburt so planen, dass diese nicht zu Weihnachten oder in den Sommerferien ist." Das Förderprogramm des Freistaates sei nur "ein Tropfen auf den heißen Stein", so Friedel. Ungut sei auch, dass das Gesundheitsamt mit der Wochenbettbetreuung eine Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung übernehmen will: "Es läuft darauf hinaus, dass sich die Krankenkassen zurücklehnen können." CSU-Stadtrat Wolfram Scheurlen indes bemängelte, dass das Klinikum viel Geld für Strukturmaßnahmen wie Personalakquise ausgeben will. 

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Sabine Ebinger Lokales Nürnberg E-Mail

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