Mittwoch, 21.11.2018

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Nur der Schlauchturm wäre noch brauchbar

Neumarkt: Sanierung des Feuerwehrhauses vom Tisch — Stadtrat für Neubau - 29.06.2018 15:54 Uhr

Unterm Strich würde das sogar billiger kommen. Denn: Laut Feuerwehrbedarfsplan müsste im Südosten der Stadt ein weiteres, kleineres Feuerwehrhaus gebaut werden – zu lange dauert es, bis die Einsatzfahrzeuge von der St.-Florian-Straße aus die dortigen Industriegebiete erreichen.

Wenn nun gleich die ganze Wache dort hin umzieht, kann man sich diese Kosten sparen. Mehr Zuschüsse vom Freistaat gibt es bei einem Neubau auch. So bleiben letztlich rund zehn Millionen Euro, die die Stadt in die Hand nehmen müsste. Und die Fläche des jetzigen Gebäudes sicher gut versilbert werden, dort könnten laut OB Thumann Wohnungen entstehen.

Bessere Lösung

Diesem Fazit des durch viele Fakten und Zahlen untermauerten Vortrags von H. Weber aus dem Büro Schnabel und Partner konnten sich die meisten Stadträte anschließen, ein Neubau wäre wohl tatsächlich die bessere Lösung. Allein am Standort schieden sich die Geister — und an der Verkehrssituation.

Das Architekturbüro hatte für seine Vergleichsanalyse ein Eck zwischen Kurt-Romstöck-Ring, Freystädter Straße, Bahnlinie und Kanal vorgegeben. Und damit konnten sich nicht alle anfreunden, auch wenn "nie ein anderes Grundstück im Gespräch war", wie der Oberbürgermeister ausdrücklich herausstellte.

Ferdinand Ernst (CSU) brachte als alternativen Standort das Gelände des alten Bauhofs auf der anderen Straßenseite ins Gespräch — nicht zuletzt wegen der "unbefriedigenden" Verkehrssituation bei einer Ausfahrt der Feuerwehrautos in den Kurt-Romstöck-Ring. Die wäre nach jetzigem Planungsstand nur nach rechts möglich und dann würde der "Hauptrisikobereich" im Südosten eben nicht schneller erreicht als bislang. Beifall bekam er von Günther Stagat (SPD), der von einem "verkehrstechnischen Unsinn" sprach.

In die selbe Kerbe hieben die Flitz-Vertreter, Johann Georg Gloßner sprach von "Murks". Dieter Ries von einer "geschönten Rechnung".

Dies rief erneut den Architekten auf den Plan, der Vergleiche zu anderen Neubauten gezogen hatte. Exakte Kosten könnten natürlich erst nach einer Detail-Planung genannt werden. Bisher liege lediglich die "Standort- und Machbarkeitsstudie" vor. Und deren Ergebnis sei eben eindeutig.

Eine Sanierung des bestehenden, technisch veralteten Gebäudes sei sinnlos, es müsste komplett entkernt werden, und der dann verbleibende Rohbau weise eben gravierende Mängel wie Risse auf. Zum Abriss gebe es also keine Alternative. Und anstatt an gleicher, beengter Stelle wieder aufzubauen — und zwischenzeitlich teuere provisorische Ausweichquartiere zu schaffen —, sei ein kompakter Neubau an anderer Stelle die deutlich bessere, zumal günstigere Lösung.

Davon ließ sich die große Stadtrats-Mehrheit überzeugen, lediglich Günther und Gisela Stagat sowie Gloßner und Ries stimmten gegen einen Neubau.

Ausfahrt optimal regeln

An den Zu- und Abfahrtsbereichen müsse aber im Zuge der weiteren Planung noch gefeilscht werden. So könnte nach den Worten von Stadtbaumeister Matthias Seemann die Ampelschaltung so geregelt werden, dass die Feuerwehr "sich selber grün" geben kann, SPD-Fraktionsvorsitzende Ursula Plankermann regte einen Kreisverkehr an.

OB Thumann versicherte, dass auch das Linksabbiegen ermöglicht werden müsse und es sicher gelingen werde, eine optimale Lösung zu finden. "Wenn nicht hier am breiten Kurt-Romstöck-Ring, wo dann?" 

Jürgen Dennerlohr Neumarkter Nachrichten E-Mail

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