Mittwoch, 21.11.2018

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"Lauter als Bomben": Donots kommen in den Z-Bau

Die Donots spielen in Nürnberg ihren Punk gegen Rechts - 09.11.2018 11:42 Uhr

Die Punk-Rock-Band Donots aus Ibbenbüren im E-Werk in Erlangen am 23.03.2018. © Rainer Windhorst


Die Donots gehören schon länger zur Speerspitze des deutschen Punkrock. Die Band aus der Bergbaustadt Ibbenbüren im Tecklenburger Land (Nordrhein-Westfalen) hat es geschafft, neben Szene-Größen wie den Toten Hosen oder den Ärzten ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit zu gelangen — Welttourneen mit internationalen Stars und ihrem politischen und sozialen Engagement sei Dank. Auch auf seinem elften Studio-Album "Lauter als Bomben" bezieht das Quintett aus der westfälischen Provinz klar Stellung gegen gesellschaftliche Missstände.

"Wir wollten einen plakativen Titel, der das kriegstreiberische Geschrei der Politiker beschreibt. Das ist manchmal lauter als Bomben", erklärt Sänger Ingo Knollmann den Namen des Albums. Der Titel soll aber auch eine standhafte Haltung zum Treiben mancher Volksvertreter beinhalten. "Unsere Herzen werdet ihr nicht erobern", konkretisiert Knollmann. Ihre Bekanntheit nutzen die Donots dafür, sich auf der großen Bühne gegen Rechtsradikalismus zu positionieren. Beim Bundesvision Song Contest artikulierte die Band deutlich ihre Wut auf rechte Hetzer.

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Der Schweiß tropft von der Decke: Die Donots im E-Werk

Was für ein Abend: Zum Abschluss der Internationalen Wochen gegen Rassismus gaben sich die Rocker der Donots im Erlanger E-Werk die Ehre und veranstalteten eine rund zweieinhalbstündige Sause, die es in sich hatte. Der Schweiß tropfte sprichwörtlich von der Decke des pickepacke-vollen E-Werks. Die Menschen standen so dichtgedrängt, dass sich Sänger Ingo Knollmann sogar vom Zuschauerbalkon stürzen konnte, ohne Gefahr zu laufen, auf den Boden zu fallen.


"Wir können die großen Festivals und auch die kleinen Schuppen spielen. Haben Songs im Radio und im TV. Deshalb finde ich es um so wichtiger, auch im Mainstream die Schnauze aufzureißen", sagt Knollmann. Die Botschaft scheint umso deutlicher anzukommen, seitdem die Donots auf Deutsch singen. "Lauter als Bomben" ist nach "Karacho" von 2015 das zweite Album in deutscher Sprache. "Wir merken viel stärker, wie unmittelbar wir die Leute erreichen. Die Texte gehen schneller in den Kopf, ohne dass man nachdenkt", sagt Bassist Jan-Dirk Poggemann.

Ansonsten segeln die Donots wieder unter eigener Flagge. Nach einem Ausflug zu der Major-Plattenfirma Vertigo hat die Truppe für ihre neue Scheibe ihr eigenes Label Solitary Man Records reaktiviert. Bei der großen Plattenfirma mussten die Musiker die Erfahrung machen, dass sie am Ende doch nur ein kleiner Fisch im großen Teich waren und trotzdem immer noch viel Arbeit bei ihnen hängen blieb. Jetzt kümmert sich die Band wieder selbst - und unterhält in Münster ein eigenes kleines Büro mit Studio.

Im Rahmen ihrer aktuellen Tour "Lauter als Bomben" kommen die Donots auch nach Nürnberg. Am 23. Januar werden sie im Z-Bau auftreten. Tickets zu aktuellen Veranstaltungen und Konzerten in der Region findet ihr hier. 

dpa/vek

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