Montag, 17.12.2018

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Streit geht weiter: Kinobetreiber attackiert Fortuna Kulturfabrik

Werner Schramm veröffentlicht Offenen Brief - 06.12.2018 15:44 Uhr

Ulrike und Werner Schramm betreiben das Aischtaler Filmtheater. © Pfrogner (Archiv)


"Wir betrachten es als eine moralische Pflicht der Stadt, auch aus Gründen der Fairness, uns nicht erneut Geschäftsfelder streitig zu machen", schreibt Schramm in dem Offenen Brief, den Vertreter von Programmkinos in Erlangen und Bamberg mitunterzeichnet haben.

Auslöser war ein Schreiben von Bürgermeister Gerald Brehm gewesen, in dem er mitgeteilt hatte, Filmvorführungen im Jugendzentrum seien rechtlich in Ordnung. "Die Lizenz dafür hat die Stadt Höchstadt wieder erlangt und bewegt sich damit im rechtlich einwandfreien Raum", so Brehm wörtlich. Schramm hatte sich nach der Rechtsgrundlage erkundigt. Auch in der Bücherei zeigt die Stadt Höchstadt über die Stadtbücherei öffentlich Filme.

Stadt sei rechtlich auf der sicheren Seite

Bernd Riehlein, Chef der Fortuna Kulturfabrik, sieht die Sache genauso wie Brehm: "Wir sind rechtlich auf der sicheren Seite. Wir haben das jetzt drei und vier Mal abgeklärt." Die Stadt habe wieder eine sogenannte Schirmlizenz für nicht-gewerbliche Filmvorführer, die es erlaube, bei Beachtung genauer Vorgaben Filme zu zeigen — ohne Eintritt zu verlangen und ohne die Filmtitel zu nennen. Völlig unerheblich sei in diesem Zusammenhang, ob – wie von Werner Schramm angesprochen — Betriebskosten anfallen. "Entscheidend ist nur, ob Eintritt verlangt wird oder nicht", erklärt Riehlein. Schramm hatte argumentiert, bezahlt werde immer, zum Beispiel für Raumkosten in der Fortuna, Personal, MPLC-Lizenz und GEMA-Gebühren. Diese Kosten trage der Steuerzahler.


Kino-Zoff in Höchstadt: Schadet Stadt der Filmkultur?


Fortuna-Chef Riehlein empfindet die von Schramm erneut angestoßene Debatte als eine ideologische: "Da geht es doch nicht um rechtliche, sondern um Geschmacksfragen, wer Filme zeigen sollte." Und so wie in der Kulturfabrik werde es in vielen Orten gehandhabt: "Da sind wir doch nicht die einzigen in Deutschland", ärgert sich Riehlein.

Im kommenden Sommer plant die Stadt übrigens noch mehr für Filmfreunde: Dann soll es auch in Höchstadt, wie in vielen Städten der Region, Open-Air-Kino geben, . "Da wird dann aber selbstverständlich Eintritt verlangt", so Riehlein.  

kby/cf E-Mail

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