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"Schlinkepütz" in Fürth: Die ganze Welt ist haifischblau

Uraufführung der "Monsteroper" für Kinder ab vier Jahren eröffnet MINIaturen-Festival - 26.10.2017 10:30 Uhr

Im Einsatz für kleine Theatergänger: Das „Schlinkepütz“-Team (v.li.) Anke Kreuzer-Scharnagl (Ausstattung), Thomas Stang (Erzähler), Jens Barnieck (Klavier) und Patricio da Silva (Musik) im Kulturforum. © Foto: Anestis Aslanidis


Schlinkepütz ist ein Monster zum Liebhaben. Sein Äußeres, nennen wir es ruhig "Fell", weist ein ganz besonders wunderbares Haifischblau auf. Und überhaupt: Schlinkepütz hat Charme. Leider ist der Schlingel nie pünktlich. Dabei weiß doch jeder, dass Monster immer zur rechten Zeit kommen und obendrein unglaublich gerne Triangel spielen. . .

Mit "Schlinkepütz" wird zum zweiten Mal im Kulturforum ein Stück nach einem Buch der Bielefelder Autorin Susanne Kreller uraufgeführt. 2016 kam bereits "Elefanten sieht man nicht" als Produktion des Kult-Ensembles auf die Bühne. Jetzt inszeniert Panja Rittweger die zauberhaften Geschichten um ein Fabelwesen, die schon Kinder ab vier Jahren begeistern. Die Musik zur "Monsteroper" komponierte Patricio da Silva, die Inspiration fand er, als er sich Schlinkepütz in Aktion vorstellte. "Er läuft sicher so ein bisschen plump und schiebt seinen kleinen Bauch dabei vor", sagt der Amerikaner und setzt sich bei den letzten Proben im Kulturforum zur Anschauung gleich einmal monsterlich in Bewegung. Ihm habe vorgeschwebt, die Melodien "simpel" zu gestalten. So, dass Kinder sie mögen und Eltern gerne zuhören. "Am schönsten wäre es natürlich, wenn das richtige Ohrwürmer sind", hofft Patricio da Silva.

Ein Testlauf ist bereits geglückt. "Heute waren Kinder zu Besuch bei der Probe, die haben im Rausgehen alle gesungen", freut sich Thomas Stang. Der künstlerische Leiter von Kult, dem Kinder- und Jugendtheater des Stadttheaters, wird diesmal als Darsteller auftreten. Er übernimmt den Part des Erzählers, während Jens Barnieck nicht nur als Pianist, sondern auch als Mitspieler im Einsatz ist.

Anke Kreuzer-Scharnagl hat Menschen und Monster aufs Schönste ausgestattet. Schlinkepütz gewinnt an Format dank einer handgestrickten Socke. Logisch, in jenem ganz exquisiten Blauton. Dazu trägt die wortgewitzte Hauptfigur eine kecke gelbe Mütze. Seine beste Freundin Margherita, die nicht besonders gut auf die gleichnamige Pizza zu sprechen ist, kommt mit Schleife und zarten Holzclogs daher. Für Stang und Barnieck darf es ein Outfit "mit dezentem Anklang an die Stummfilmzeit" sein, aber mit modernen Akzenten. Darunter vorstellen darf man sich zum Beispiel einen Frack mit Kapuze, sprich: einen Hoody-Frack.

"Schlinkepütz" ist eine Produktion von Stadttheater Fürth und Kulturforum im Rahmen der MINIaturen 2017. Bei den Theatertagen für Kinder im Kulturforum, die vom 27. Oktober bis 6. November auf dem Programm stehen, gibt es zudem vom Theater Salz & Pfeffer "Stadt.Land.Maus" (31. Oktober und 1. November) zu sehen. Das Theater Schreiber & Post präsentiert ein Schauspiel in Gummistiefeln mit Pantomime, Musik und Geräuschen: "Vom Fischer und seiner Frau oder Meer ist mehr" (4. bis 6. November).

Doch zuerst einmal ist Haifischblau Trumpf, und Schlinkepütz, der nie pünktlich ist, steht in fünf einzelnen Geschichten im Mittelpunkt. Er wird Erfahrungen als Briefträger machen und beim Babysitten helfen, obendrein wird Geburtstag gefeiert, und nicht zuletzt geht es um einen leibhaftigen Ohrwurm. Nicht auszuschließen, dass die jungen Zuschauer den wuscheligen Titelhelden dabei als einen Gleichgesinnten erkennen. Und Eltern plötzlich erstaunliche Ähnlichkeit zwischen Monster und eigenem Nachwuchs feststellen.

Z"Schlinkepütz — eine Monsteroper" (ab 4 Jahren): Uraufführung am Freitag, 10 Uhr, Kulturforum (Würzburger Straße 2). Weitere Termine: Samstag und Sonntag, je 15 Uhr. Karten im FN-Ticket-Point (Schwabacher Straße 106, Tel. 2 16 27 77).  

SABINE REMPE

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