Samstag, 23.03.2019

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Ermreuth: Horrende Sanierungskosten

Förderkreis Synagoge muss auf geplantes Museum verzichten - 18.08.2016 08:00 Uhr

Der Verein wollte das „Schwarzhaupthaus“ zum Museum und Schulungszentrum ausbauen. Nun ist es jedoch in privater Hand. © Foto: Rolf Riedel


Der Verein, der ausschließlich gemeinnützige Zwecke verfolgt, hat sich die Förderung von Kunst und Kultur zum Ziel gesetzt — insbesondere des kulturgeschichtlichen Erbes der ehemaligen jüdischen Gemeinde Ermreuth und der weiteren ehemaligen jüdischen Gemeinden im Forchheimer Land.

In der Versammlung ging es unter anderem um das Vorhaben, das so genannte „Schwarzhaupthaus“ zum Museum und Schulungszentrum um- und auszubauen. Im Hinblick auf die horrenden Sanierungskosten erschien das jedoch nicht mehr realisierbar.

So wurde das unter Denkmalschutz stehende Gebäude inzwischen zu einem symbolischen Preis an einen privaten Interessenten aus Erlangen veräußert.

Dem Verein obliegt weiterhin im Zusammenwirken mit dem Zweckverband Synagoge Ermreuth, dem der Landkreis Forchheim und die Marktgemeinde Neunkirchen angehören, die Erforschung von Zeugnissen der jüdischen Geschichte, Kultur und Kunst, die Beschaffung von Exponaten für das Museum Synagoge Ermreuth, sowie dessen Förderung durch Zuwendung finanzieller Mittel.

Zur Sanierung des Synagogengebäudes wird nunmehr schon seit einem Jahr eine Drainage um das Haus gelegt. Zudem soll ein Deckenriss beseitigt werden.

Neues Konzept erarbeitet

Für die Ausstellung im Obergeschoss wurde ein neues Konzept verabschiedet, danach soll sie durch neu hinzu gekommene Objekte ergänzt und bereichert werden. Dafür stellt neben dem Zweckverband auch der Freundes- und Förderkreis Mittel zur Verfügung.

Wie Museumskuratorin Raaja Nadler verrät, fehlen derzeit rund 20 000 Euro um die Deckungslücken zu schließen. Der im Jahr 2000 gegründete Verein zählt derzeit 60 Mitglieder und kann laut Aussage von Kassier Wolfgang Höhnen auf eine solide finanzielle Basis zugreifen.

Am Mittwoch, 24. September, steht nun ein weiterer Höhepunkt im Jahresprogramm des Vereins bevor. Da wird es zur Dokumentationsstätte des ehemaligen Konzentrationslager Hersbruck gehen. Abfahrt ist um 9 Uhr am Neunkirchener Deerlijker Platz. Teilnehmen können nicht nur Mitglieder, sondern auch Freunde und Interessierte.

Zur Pogromnacht vor 78 Jahren organisiert der Verein zudem eine Gedenkstunde am 9. November um 19 Uhr in der Synagoge Ermreuth. Wer die Ziele des Vereins unterstützen möchte ist als neues Mitglied oder Sponsor willkommen.

Nähere Auskünfte erteilt der 2. Vorsitzender Gerhard Maier per Mail an germai@freenet.de oder telefonisch unter (0 91 34) 70 84 90.  

ROLF RIEDEL

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