Dienstag, 13.11.2018

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Kulturpreis der Stadt für Helmut Haberkamm

Fränkischer Weltbürger aus Spardorf: Ehrung für "Gefühl von Heimat und Identität" - 25.10.2018 15:00 Uhr

Kulturpreisträger der Stadt Erlangen 2018: Helmut Haberkamm.


"Mid wossi wos oofang, wosmer/ wos oogehd, aus wassermer wos mach/Fier wossi groddsteh/Fier woosermi grummleech". Zugegeben, für jenseits des Aischgrunds sozialisierte Franken wird es nicht ganz einfach sein, diese Verse aus dem Gedicht "Idendidäd" von Helmut Haberkamm auf Anhieb zu verstehen. Doch keine Angst, der Träger des Kulturpreises der Stadt Erlangen 2018 ist alles andere als ein Schriftsteller mit engem Horizont. Ganz im Gegenteil.

Helmut Haberkamm ist ein Weltbürger aus Spardorf, der stets weit über den Tellerrand hinausblickt. Oder wie es Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik formuliert: "Sein Werk stiftet ein Gefühl von Heimat und Identität, aber es ist nicht überhöhend oder abgrenzend gemeint. Fränkisch at it’s best!" Im Aischgrund aufgewachsen, studierte Haberkamm (Jg. 1961) Anglistik, Amerikanistik und Germanistik in Erlangen und Swansea (Wales) und promovierte über Gegenwartsdichtung in Großbritannien.

Viele Jahre arbeitete er als Lehrer am Emil-von-Behring-Gymnasium in Spardorf. Der vielfach ausgezeichnete Lyriker, Dramatiker und Autor zählt zu den bedeutendsten fränkischen Mundartautoren der Gegenwart.

"Das Heimat- und Mundartkonzept von Helmut Haberkamm ist komplex und in dieser Komplexität passt es eben sehr gut zur bewusst gelebten Multikulturalität und kulturellen Vielfalt der Stadt Erlangen", heißt es in der Laudatio des FAU-Germanistik-Professors Dirk Niefanger.

"Fränkisch at it’s best" auch der Festakt zur Preisverleihung im brechend vollen Innenhof des Palais’ Stutterheim: Stefan Kügel spielte eine Szene aus dem wunderbaren Haberkamm-Stück "Die g’schenkte Stund", Pianist Klaus Treuheit sorgte für entspannte Klänge, und der Geehrte trug höchstpersönlich eine Passage aus seinem Roman "Das Kaffehaus im Aischgrund" und — unterstützt von Treuheit — seine Mundartlyrik vor.

Der Kulturpreis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 10 000 Euro dotiert. 

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