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Sonntag, 20.01.2019

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Die Oboe der Ente

"Peter und der Wolf" beim GVE im Redoutensaal - 04.12.2018 19:26 Uhr

Das musikalische Märchen "Peter und der Wolf" für Erzähler und Sinfonieorchester von Sergej Prokofjev wurde den jungen Zuhörern, deren Eltern und Großeltern sozusagen "hausgemacht" präsentiert, denn die "Junge Philharmonie Erlangen" mit ihrem Leiter Gordian Teupke lieferte die Musik.

Als Erzähler wirkte Roman Kotzian, der hinter seinem jugendlichen Charme geschickt verbirgt, dass er seit Jahren Professor an der Hochschule für Musik in Nürnberg ist. Er klärte mit den Kindern erst mal, auf was für eine Art Tonträger sie "Peter und der Wolf" zu Hause schon gehört haben (jemand hatte sogar noch die Kassette!), und nach der "Anfangsmusik", dem Stimmen, konnte es losgehen.

Samtene Klarinette

Eine strahlende "Peter-Melodie" zaubern die Streicher, schwungvoll und energiegeladen. Passend dazu tirilierte auf der Querflöte der befreundete Vogel, ein wenig blöde klingt die Oboe der Ente, während die lautlos sich anschleichende Katze von der samtenen Klarinette gespielt wird. Auch das Großvater-Fagott trifft den Charakter haargenau, die Jäger mit ihren Gewehrschüssen donnern durch den Saal und das Motiv vom bösen Wolf (tolle Percussion, Hörner und Streicher) lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Da ist die große grüne Wiese, Gordian Teupkes Lieblingsmusik, doch viel heiterer . . .

Irisierender Klang

Die Ablösung von Sprecher und Orchester klappt jederzeit in aller Natürlichkeit perfekt, so wie wir alle es aus unserer Kindheit (vielleicht sogar von der LP?) kennen. Hohe Orchesterkultur bieten die "Jungen Philharmoniker", als Peter das Seil vom Ast herabgleiten lässt, irisierender Klang, super spannendes Bild im Kopf.

In einem prächtigen Triumphzug geht es nach dem erfolgreichen Fang Richtung Zoo, begleitet von strahlenden Trompeten-Koloraturen und einem alles umflatternden Vogel. Und ja, man konnte die Ente im Bauch des Wolfes quaken hören . . .

Ein wunderbares Märchen, immer wieder, und eine wunderbare Art, schon kleine Kinder an die Musik und die Instrumente heranzuführen. Die kleinen und großen Besucher des GVE-Familienkonzerts dankten deshalb mit lautem Klatschen, das gar nicht mehr aufhören wollte.  

CORA UITTING

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