-1°

Donnerstag, 21.02.2019

|

zum Thema

Nürnberger Metalband M.I.GOD mit neuem Konzeptalbum

Hart, modern und auf den Punkt: Songs über das Durchhalten und Kämpfen - 12.02.2019 14:32 Uhr

Zurück mit der neuen Platte „Specters On Parade“: Die Band M.I.GOD. © Foto: Ralf Kowohl


Der Plan klang gut: 2013 nach einer erfolgreichen Deutschlandtour in eine kreative Pause abtauchen, sich im Proberaum verschanzen, um intensiv an neuen Liedern zu arbeiten … und 18 Monate später mit einem Knall eine neue Platte auf die Menschheit loslassen. Doch dann ging erst der langjährige Schlagzeuger von der Fahne und wenig später der Gitarrist. Im Sommer 2017 starb völlig unerwartet Bassist Matt Weber. Aus den geplanten 18 Monaten wurden mehr als fünf Jahre.

Doch derart sang- und klanglos wollten Sänger Max Chemnitz und Gitarrist Uli Holzermer ihr langjähriges Musikprojekt dann doch nicht aufgeben. Die zwei suchten sich neue Mitstreiter, um die Geschichte von M.I.GOD. weiterzustricken.

Ein Cover als Bonus

Von der Würzburger Melodic Death Metal Kapelle Dieversity stießen Dan Heß (Gitarre) und Mick Steger (Bass) dazu. Der neue Schlagzeuger Eric Wunderlich kommt von der Nürnberger Metalband Nihilation. Keyboarderin Dodo Schmitt von der Forchheimer Power Metal Band Silverlane komplettiert die neue Bandbesetzung, die nun mit "Specters On Parade" die dritte vollständige M.I.GOD.-Platte (zwischendurch gab es noch die ein oder andere EP) vorlegt: Ein Konzeptalbum mit satten 21 Liedern, davon zehn Songs, drei Instrumentals, sieben Intros beziehungsweise hörspielartigen Zwischenspielen sowie als Bonusstück eine lässige Coverversion von "I Feed You My Love". Das stammt im Original von der norwegischen Popsängerin Margaret Berger. Zu der Nummer, mit der Berger 2013  Norwegen beim Eurovision Song Contest in Malmö/Schweden vertreten hat, ist auch ein Musikvideo entstanden.

Mit "Specters On Parade" werden M.I.GOD. tatsächlich ihrem selbst gewählten Anspruch "Sophisticated Metal" gerecht. Die Scheibe überrascht: War das Sextett aus Nürnberg in seinen Anfangstagen deutlich von der Industrial Metal Kapelle Fear Factory beeinflusst, so bedient sich die Band heute selbstbewusst und zu gleichen Teilen aus den Töpfen Alternative Rock, Prog Rock, Melodic Death Metal und Pop. Der Mix funktioniert: Die Lieder sind hart, modern und auf den Punkt produziert, es wird fies gegrowlt, zugleich kennt die Band aber keine Angst vor poppigen Melodien und epischen Hooklines. Letztere machen die Songs – die Musiker sehen sich selbst von Gruppen wie Alter Bridge, Sevendust, Soilwork, Queensrÿche, Nevermore und Symphony X beeinflusst – schnell zugänglich.

Ambitioniertes Konzept

Das textliche Konzept, das der Platte zugrunde liegt, ist ambitioniert. Inhaltlich geht es auf "Specters On Parade" um die Kraft des menschlichen Willens, ums Durchhalten und Kämpfen in Lebens- und Alltagssituationen, die einen auf die Probe stellen und einem Entscheidungen abverlangen. Die der Platte zu Grunde liegende Geschichte – eine Fortsetzung ist in Planung – ist zwar fiktiv, allerdings ist in ihr auch die ein oder andere (auto)biographische Note eingeflossen.

Auch in die Sagenwelt des alten Griechenlands tauchen M.I.GOD. kurz ab, wobei die Texte aller Düsternis zum Trotz nie ohne Hoffnungsschimmer bleiben. Denn wie einst schon Albert Camus feststellte: "Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen."

Ein Release-Konzert in der Heimatstadt ist erst mal nicht geplant, dafür lädt die Band am Freitag, 15. Februar, in die Rockin’ Radio-Kneipe zum gemeinsamen Anhören der Scheibe. Anpfiff ist um 20 Uhr in der Bauvereinstraße 43, der Eintritt ist selbstverständlich frei.

www.migod.de 

STEFAN GNAD

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Kultur